Über die dolomitische Region des Hauptmuschelkalkes
im südlichen Württemberg und Baden.
Von Ernst Gaiser aus Baiersbronn.
Mit Tafel 7.
Die Untersuchungen über den dolomitischen oberen Hauptmuschelkalk
im oberen Neckar- und Wutachtal haben gezeigt, daß
die seitherige Bezeichnung „Trigonodus-Dolomit“ keineswegs
für den ganzen Umfang der darunter verstandenen Schichtenfolge
berechtigt ist. Das Leitfossil, der TZrigonodus Sandbergeri v. AuB.,
ist nur auf deren obere Partien beschränkt. Eine stratigraphische
Rücksichtnahme auf den Trigonodus praeco Prı.. kommt deshalb
nicht in Betracht, weil die geologische Stellung seines einzig dastehenden
Fundortes Schwieberdingen selbst zweifelhaft‘ ist. Es
empfiehlt sich daher, an der schon lange von der elsässischen und
seit einigen Jahren auch von der württembergischen geologischen
Landesanstalt! gebrauchten Bezeichnung „dolomitische Region“
festzuhalten. Dadurch ist diese Schichtenfolge von den übrigen
Gliedern des Hauptmuschelkalkes nur durch das allein berechtigte
petrographische Moment unterschieden. Genetisch und paläontologisch
ist der Zusammenhang mit den liegenden Schichten des Ceratites
nodosus ein so enger, daß man den Vorschlag E. Pumiprrs?, beide
zusammenzufassen, nur unterstützen muß. Darnach zerfällt der gesamte
Hauptmuschelkalk in eine untere Abteilung, die Trochiten-Schichten,
und eine obere, die Ceratiten-Schichten.
Die oberflächliche Verbreitung der dolomitischen Region erstreckt
sich vom schwäbischen Unterland an durch das südliche
Württemberg und Baden und ist von den schweizerischen Geologen
bis in den Jura verfolgt worden. In Elsaß-Lothringen ist der obere
Hauptmuschelkalk ebenfalls dolomitisch.
Dieser Arbeit liegt speziell das Gebiet des oberen Neckar- und
Wutachtales, etwa zwischen der Linie Stuttgart—Leonberg und dem
0—W-Lauf des Rheins, zugrunde. Wir finden dort die dolomitischen
- Auf den württembergischen Kartenblättern 1:25000 ist die dolomitische
Region mit der Signatur mod eingetragen.
2? Jahreshefte d. Vereins f. vaterl, Naturkunde i, Württ. 1898. S. 145,