Vom oberen Hauptmuschelkalk.
Von Georg Wagner Künzelsau/Nagold.
I. Zur Klärung von Streitfragen über den oberen Hauptmuschelkalk.
StTETTNER hat in diesen Jahresheften (1911 und 1913) „Beiträge
zur Kenntnis des oberen Hauptmuschelkalks“ gebracht, in denen er
meine Ergebnisse (Centralbl. für Min. etc. 1910, 1911) zum großen
Teil ablehnt. Inzwischen hat er zwar den größten Teil der Angriffe
zum zweitenmal als unbegründet aufgegeben. Es ist aber trotzdem
nötig, um die Fragen völlig zu klären, meine Gegengründe darzulegen,
von denen ich auf der Heilbronner Versammlung des Vereins
für vaterländische Naturkunde aus Zeitmangel nur einen sehr kleinen
Teil vorbringen konnte.
Die Einteilung des oberen Hauptmuschelkalks durch STETTNER
stimmt zum Teil mit meinen früheren Veröffentlichungen (1911) und
meiner noch genaueren jetzigen Einteilung (s. u.) überein. STETTNER
hatte ja auch vor und während der Arbeit einen großen Teil meiner
aufgezeichneten Profile in Händen, und in diesen Profilen waren alle
Leithorizonte hervorgehoben. Die Schichtenglieder faßt er jedoch
anders zusammen, und die Hauptteilstriche der Skala werden von
ihm in andere Schichten gelegt. Dies ist aber nur möglich bei
einer verhältnismäßig geringen Anzahl von Aufschlüssen und bei
regelmäßiger Änderung der Auffassung. Abteilen und Schichtenbenennen
ist nicht schwer; aber die Durchführung allein beweist,
und hier hat STETTNER vollständig versagt:
1. Die Grenze von Glaukonitkalk und Bairdienton, die seine
„Grenzschichten“ abtrennt, läßt sich zwar in der Kochendorfer Fazies
festhalten; im Gebiet der Kalk- und Dolomitfazies wird dies aber
zunächst schwer und dann leider ganz unmöglich. Dasselbe gilt auch
für das Maingebiet. Ebenso ist es mit der Abgrenzung von oberen und
unteren Terebratelschichten (G11I) und mit der Grenze etwas unter
der Hauptterebratelbank (unter M1). Als Hauptgrenzen dürfen wir
nur solche Linien wählen, die sich auch festhalten lassen. Die
meinigen aber habe ich inzwischen bis zur Mosel und bis zur Saale
als durchgehend nachgewiesen.