Volltext : Jahreshefte des Vereins für Vaterländische Naturkunde in Württemberg : zugl. Jahrbuch d. Staatlichen Museums für Naturkunde in Stuttgart (Bd. 70, 1914)

Wodurch werden die seheinbar beobachteten Bodenbewegungen
 im Dornstetter Gebiet veranlaßt?
Beobachtungen über abnorme Strahlenbrechungen,
Entstehung ungewöhnlicher Fernsichten.
Von Dr. P, Dobler in Heilbronn.
SarrtLER berichtet .in seiner im Jahre 1783 erschienenen „Topographischen
 Geschichte* von Württemberg“: „Es. ist auch dieses
merkwürdig, daß innerhalb der nächstvergangenen 40 Jahre der Weg
zwischen Dornstetten und Freudenstadt durch eine verborgene Naturwirkung
 um 16 Schuh niedriger geworden ist, indem man vor solchen
Jahren auf diesem Weg nur das Kirchenturmdach von Dornstetten
gesehen hat, jetzt aber nicht nur bemeldtes Dach, sondern auch
noch den Turm und dessen steinernen Umgang, mithin 16 Schuh
weiter herunter sehen kann.“
Ebenso wird in den Erläuterungen zur geologischen Spezialkarte
 des Königreichs Württemberg ?, Blatt 105, mitgeteilt, daß man
in der Dornstetter Gegend Äußerungen über gewisse Niveauveränderungen
 hören kann, die sich in historischer Zeit vollzogen haben
sollen. So sollen‘ jetzt. von Punkten bei Benzingerhof bestimmte
Abschnitte des Kirchturms von Dornstetten sichtbar sein, die früher
durch den dazwischenliegenden Silberberg verdeckt waren. Es wird
dort die Vermutung ausgesprochen, daß diese Niveauveränderungen
nur durch geringe junge Krustenbewegungen zu erklären sind.
Weitere Aufzeichnungen über diese Hebungen und Senkungen
fand ich nicht, dagegen bestätigten mir mündliche Mitteilungen diese
Niveauveränderungen. Genaue Angaben über die Größe der scheinbaren
 Hebung konnte ich nicht erlangen. Die Entfernung Freudenstadt-Dornstetten
 beträgt 6,8 km. Mit dem bloßen Auge sind deshalb
 Höhenänderungen von einigen Metern, die höchstens in Betracht
kommen, nicht deutlich wahrnehmbar. Auch fehlt eine genaue Angabe
 der Jahreszeit und Tageszeit sowohl bei den schriftlichen wie

1a, a. O; S. 229,
2 2 a. 0. 8. 105.
            
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