Volltext: Jahreshefte des Vereins für Vaterländische Naturkunde in Württemberg : zugl. Jahrbuch d. Staatlichen Museums für Naturkunde in Stuttgart (Bd. 71, 1915)

Il. Nekrologe. 
Zum Gedächtnis an C. B. Klunzinger. 
Von H. E. Ziegler. 
CARL BENJAMIN KLUNZINGER wurde am 18. November 1834 im 
Pfarrhause zu Güglingen im Zabergäu (Neckarkreis) geboren. Er 
war der vierte Sohn des Stadtpfarrers Dr. KARL KLUNZINGER und seiner 
Frau Sorzie geb. Koch, einer Tochter des Amtmanns JomHAannes KocH 
in Güglingen!. Sein Vater zeigte schon eine Vorliebe für wissen- 
schaftliche Tätigkeit und trieb historische Studien, insbesondere auf 
dem Gebiete der württembergischen Lokalgeschichte. 
Der junge Benjamin besuchte zwei Jahre die deutsche Schule 
(d. h. Volksschule) in dem Heimatsort und kam dann, noch nicht 
acht Jahre alt, auf die Lateinschule nach Brackenheim in das Haus 
des Präzeptors ADam, welcher als hervorragender Pädagoge weithin 
bekannt war”. So trat der Ernst des Lebens schon früh an den 
kleinen Knaben heran, denn in dem Hause Anam’s herrschte eine 
spartanische Einfachheit und Strenge. Jedoch war diese Zeit für 
seine geistige und körperliche Entwicklung nicht ungünstig, denn 
das Latein wurde nach guter Methode gelehrt, und in der geregelten 
Tageseinteillung war der Erholung genügend Zeit gelassen. Das 
Turnen spielte eine große Rolle, und die Schüler der Lateinschule 
bildeten sogar eine Jugendwehr. 
Mit 13 Jahren kam KuıvnzıncerR nach Stuttgart und besuchte 
das Eberhard-Ludwigs-Gymnasium. In dieser Zeit entwickelte sich 
seine Neigung zu den Naturwissenschaften. Er besaß eine Stein- 
sammlung, bei welcher ihm sein älterer Bruder Paul* Anleitung gab, 
und verwendete im Sommer jede freie Stunde auf das Botanisieren 
und das Bestimmen von Pflanzen. 
1 C. B. Klunzinger. Über den Amtmann Johannes Koch in Güg- 
lingen. Vierteljahrshefte des Zabergäu-Vereins, 1906. 
*C. B. Klunzinger. Adam als Erzieher, oder die Brackenheimer 
Lateinschule in den vierziger Jahren des 19. Jahrhunderts unter Präzeptor 
Adam, Vierteljahrshefte des Zabergäu-Vereins, 1906. 
* Derselbe studierte damals am Polytechnikum in Stuttgart und war später 
als Ingenieur bei verschiedenen großen Bahnbauten tätig; er hat den jüngeren 
Bruder überlebt.
	        
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