Full text: Jahreshefte des Vereins für Vaterländische Naturkunde in Württemberg : zugl. Jahrbuch d. Staatlichen Museums für Naturkunde in Stuttgart (Bd. 71, 1915)

14. 
Be 
mir; den unterirdischen Lauf zu sehen. und begleitete mich. Nach 
etwa 20 m geradem südnördl. Lauf biegt die Höhle: nach Westen 
um, um dann wieder’ in Nordwestrichtung weiterzugehen. Sie ist 
sehr eng, das Flüßchen mit Kähnen nicht zu befahren. An der ersten 
Biegung tritt eine zweite starke Quelle dazu. Die Höhle verengt 
sich aber bald so sehr, daß ein weiteres Vordringen unmöglich wird. 
Die. Wassertemperatur ‚betrug ‚innerhalb... und außerhalb des Berges 
9,1° (Juni 1911). Der Müller sagte mir, wenn es bei Stetten am 
Kalten Markt oder ‘bei Fronstetten stark regne, so trübe. sich die 
Quelle am folgenden Tag. Der Fluß hat immer reichlich Wasser: 
Bei Mühlheim-Altstadt tritt eine 8,9° (Juni 1011) warme Quelle 
zutage, direkt. unter dem sich ‚von Kolbingen .herunterziehenden 
Trockental. Dieses setzt plötzlich mit kräftigen Knick ab, und unter 
diesem Knick tritt aus einem Felsentor die Quelle. Die.Lagerung .der 
P-Schichten über und unter der Quelle ist vollkommen normal, zieht 
sich von einem Talhang des Trockentals zum anderen, was eine 
Bildung dieses Trockentals durch Einbruch vollständig ausschließt. 
Es. ist nicht möglich, tiefer als.6 m in die Grotte einzudringen, unter 
deren hinterer Wand die Quelle in breitem Band hervorfließt. Man 
hört Tropfenfall im Innern, auf Länge oder Ausdehnung des zu 
beobachtenden Quellflüßchens läßt sich daraus nicht schließen. Sonst 
konnte. ich in dem von mir untersuchten Gebiet keinerlei unter- 
irdischen Fluß nachweisen. Diese beiden vereinzelten Beobachtungen; 
die vom allgemein. üblichen Typus der Quellen des Donautals ab- 
weichen, beweisen weder für noch gegen Annahme eines Karst- 
wasserspiegels, zudem es. sich bei der‘ einen, bei Mühlheim-Altstadt 
befindlichen Quelle. um ein Gebiet handelt, das zweifellos nördlich 
der Donau keinen Karstwasserspiegel aufzuweisen hat. Wichtiger 
jedoch als diese Frage war mir die Beziehung zum Trocken- 
tal. Das ist der einzige Fall, wo direkt unter einem Trockental 
eine Quelle austritt, wo aber. die regelmäßige Lagerung . zugleich 
keinen Zweifel übrig ließ, daß bei. diesem Trockental kein Einbruch 
unterirdischer Hohlräume anzunehmen ist. Nach dieser Beobachtung 
untersuchte ich, ob sich nicht auch bei anderen Trockentälern ein 
derartiger Zusammenhang mit großen Quellen konstatieren lasse. 
Fraas! geht ja von der Anschauung ‚aus, daß auch unter den 
Trockentälern noch ausgedehnte Hohlräume bestehen können. „Das 
beweist uns das Wendtal (bei Heidenheim), denn der berüchtigte 
Wöeädel von Heidenheim. ist nichts anderes als das Überfließen der 
a E., Fraas, Die Höhlen der Schwäbischen Alb.
	        

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