Full text: Jahreshefte des Vereins für Vaterländische Naturkunde in Württemberg : zugl. Jahrbuch d. Staatlichen Museums für Naturkunde in Stuttgart (Bd. 74, 1918)

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von der hohen Wertschätzung zeugten, deren sich der Entschlafene 
in weitesten Kreisen zu erfreuen hatte. Es möge auch hier der 
Dank wiederholt werden, der ihm dort gezollt wurde, für all das. 
was er dem Verein in 34jähriger Mitgliedschaft sowohl als Mit- 
glied wie als langjähriger Angehöriger des Ausschusses und der 
Vorstandschaft in treuer Arbeit geleistet hat und was sein An- 
denken im Verein über das Grab hinaus lebendig erhalten wird 
Kurt LawrErt wurde geboren am 30. März 1859 zu Ippesheim 
in Mittelfranken als einziger Sohn (neben drei jüngeren Schwestern) 
des als Schriftsteller und als langjähriges liberales Mitglied der 
bayerischen Abgeordnetenkammer bekannten Pfarrers FRrIEDRICH 
LAMPERT. Schon in dem als äußerst gastfrei bekannten elterlichen 
Haus fand der Knabe reiche Gelegenheit, viele geistig und politisch 
hochstehende Männer der 60er und 70er Jahre kennen zu lernen. 
die auf seinen empfänglichen Geist nachhaltige Einwirkung aus- 
übte. Daneben sammelte er aus der wohlbestellten väterlichen 
Bibliothek einen reichen Schatz von literarischem Wissen, aus dem 
er noch in späteren Jahren mühelos schöpfen konnte. Zu gleicher 
Zeit entwickelte sich aber auch in ihm schon frühzeitig eine wohl 
auf die Großeltern mütterlicherseits zurückzuführende Neigung, sich 
mit der ihn umgebenden lebenden Natur zu beschäftigen. Gefördert 
durch das Landleben und gepflegt durch die Mutter (MArız geb. 
von WOoLFERSDORFF, eine feinsinnige Naturfreundin, die zeitlebens 
in inniger Liebe und geistiger Gemeinschaft mit ihrem Sohn ver- 
bunden. war und nur wenige Wochen nach dem Tode desselben 
dem Kummer um ihren Verlust erlag), äußerte sich diese Neigung 
besonders im Sammeln, Pflegen und verständnisvollen Beobachten 
aller erreichbaren Tiere, woher es denn kam, daß auch später 
noch, als der junge Gelehrte das väterliche Pfarrhaus längst ver- 
lassen hatte, Aquarien und Terrarien zur ständigen Einrichtung 
des. letzteren gehörten. 
Nach Durchlaufung des humanistischen Gymnasiums in Ans- 
bach studierte L. in Erlangen, wo er sich der als „Bubenreuther“ 
bekannten Burschenschaft anschloß, und in München Naturwissen- 
schaft und wurde dann nach wohlbestandener Staatsprüfung für 
das höhere Lehramt und nachdem er im Jahre 1883 auf Grund 
einer Arbeit „Zur Genese der Chorda dorsalis beim Axolotl“ zum 
Doktor promoviert worden war, Assistent am zoologischen Institut 
der Universität Erlangen bei seinem Lehrer Ey SELENKA, dessen 
wissenschaftliche und zugleich künstlerische Naturauffassung den
	        

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