Full text: Jahreshefte des Vereins für Vaterländische Naturkunde in Württemberg : zugl. Jahrbuch d. Staatlichen Museums für Naturkunde in Stuttgart (Bd. 77, 1921)

Il, Sitzungsberichte. 
Hauptversammlung am 14. November 1920 in Stuttgart: 
Prof. Dr. G. Wagner (Nagold): Zur Entstehung der Trias- 
berge von Franken und Schwaben. 
Beim Rückwärtsschreiten der Landstufen entstanden unsere häufigsten 
Bergformen, die Stufenrandberge. Treffend hat unser Altmeister QuEn- 
SrEDT das süddeutsche Stufenland mit. einem mächtigen Fächer ver- 
glichen: An der oberen - Donau sind Grundgebirge und Weißjurasteilrand 
15—20 km entfernt, zwischen Odenwald und Juraknie aber 180 km. 
Ein deutlicher Zusammenhang besteht zwischen ihm und den Grund- 
linien der Entwässerung: Mannheim —Mainz und Ulm— Regensburg. — 
Die Kante des 2—300 m hohen Steilanstiegs des Buntsandsteins bildet 
das Hauptkonglomerat, während der obere Buntsandstein, ganz spitz- 
winklig abgeschnitten, erst weiter rückwärts beginnt. Die Muschelkalk- 
kante ist viel mehr gerundet, auch weniger hoch, als aus der Mächtig- 
keit zu schließen wäre (infolge der starken Auflösung im Salzgebirge 
und der mächtigen Verstürzungen im oberen Muschelkalk). Die Letten- 
kohle setzt erst 4—5 km dahinter ein und bildet die Hochfläche des 
„Gäus“, der „Platte“, der „Ebene“, Die Keuperstufe ist nicht immer 
einheitlich. Schilf-, Kiesel- und Stubensandstein gliedern ihren Anstieg. 
Scharfe Kanten sind hier die Regel. 
Die Hauptzerstörung bewirken heute die Stirnflüsse zur Erosions- 
basis Mannheim — Mainz, die aus dem Keuper mächtige Buchten aus- 
geräumt haben (Murr bei Winnenden 14 km, bei Backnang 8 km breit), 
die so einzelne Stufenblöcke schufen, getrennt durch breite Ebenen von 
Lettenkohle und unterem Gipskeuper. Kleinere Seitenbäche gliedern Aus- 
läufer und Bergzungen ab, die durch Quellnischen und -kessel und kleine 
Bachrisse eingeengt werden, Ein 20-—30 m breiter Grat von Kiesel- 
sandstein verbindet den Wilfertsberg noch mit den Waldenburger 
Bergen; er zeigt deutliche Spuren jüngster Zerstörung und Verschmälerung. 
Bei Waldenburg ist diese Einschnürung durch die beiden alten Stadt- 
gräben durchbrochen. Am Laubersberg (zwischen Schillingsfürst und 
Rothenburg) ist die verbindende Kiesel- (oder Blasen-) Sandsteinplatte 
schon ganz zerstört, den sehr schmalen Grat bilden hier die Lehrberg- 
schichten. Im Bottwargebiet verbindet nur noch ein Schilfsandsteinsattel 
den Kieselsandsteinberg mit dem Massiv (so bei Schloß Helfenberg), oder 
aber ist auch dieser vollends zerstört und so eim freistehender Berg 
geschaffen worden (Wunnenstein, Forstberg). Häufiger sind die Zeugen- 
berge im Schilfsandstein, weil der Gipskeuper leicht zerstört werden 
kann, Auf der Wasserscheide zwischen Ohrn-Brettach liegt die Ent-
	        

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.