Volltext : Jahreshefte des Vereins für Vaterländische Naturkunde in Württemberg : zugl. Jahrbuch d. Staatlichen Museums für Naturkunde in Stuttgart (Bd. 82, 1926)

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Nachruf für + Prof. Dr. Huao FIscHER.
Am 10. Mai 1926 ist der Vertrauensmann der Rottweiler Ortsgruppe,
Prof. Dr. H. FıscHER, Studienrat am Gymnasium Rottweil, mitten aus
der Berufsarbeit und Forschertätigkeit herausgerissen worden. Seinen
eifrigen Bemühungen um das geistige Leben im Kreise der Rottweiler
Mitglieder des Vereins für vaterl. Naturkunde ist es zu verdanken, daß
dieser Kreis in neuerer Zeit als eine selbständige Ortsgruppe innerhalb
des Gesamtvereins anerkannt wurde. Infolgedessen wurde FisSCHER in
den Landesausschuß des Gesamtvereins berufen, und es erscheint gerechtfertigt,
 daß auch hier seiner gedacht wird.
Huco FıscHErR ist geboren am 30. März 1864 in Stuttgart. Er
studierte Mathematik und Naturwissenschaften, wirkte 5 Jahre als Hilfs-Jehrer
 am Real-Lyzeum in Gmünd, 2 Jahre als Reallehrer in Waldsee
und 27 Jahre als Professor am Gymnasium in Rottweil. Bei seiner großen
Liebe zur Natur benützte er jede freie Stunde, die ihm seine gewissenhafte
Schularbeit übrig ließ, um die geologischen Verhältnisse der Umgebung
Rottweils zu erforschen, und er wurde als genauester Kenner dieses Gebietes
 von vielen Geologen aufgesucht und zu Rate gezogen. Seine
literarische Tätigkeit begann FıscHER im Jahre 1912 mit der Schrift
„Beiträge zur Geologie von Rottweil und Umgebung“ (Gymnasialprogramm),
 welche er 1921 ergänzte durch „Neue Beiträge zur Geologie
von Rottweils Umgebung‘‘ (Dissertation). Sein Lieblingsgebiet war der
Braune bei Gosheim. Dort entstand sein Lieblingswerk „Zur Stratigraphie
 des Doggers bei Gosheim‘‘. Den Abschluß seiner literarischen
Arbeiten bildete seine Abhandlung in dem Heimatbuch „Albbilder‘‘, betitelt:
 „Geologische Wanderungen von‘ Rottweil kreuz und quer über
den Heuberg nach Balingen‘‘ 1925. Seine reichhaltige paläontelogische
Sammlung war nicht zuletzt ein Anziehungspunkt für viele, denn sie enthält
manch schönes und seltenes Stück. Eine von FıscHER zum erstenmal
beschriebene Oppelia, die mit Zähnen und zwei Knotenreihen besetzt ist,
aus der Beckeri-Zone (zwischen dem Subeumela- und dem Comatus setatus-Horizont)
 trägt nach ihm den Namen Oppelia Fischeri. Durch einen
einzigartigen geologischen Gruppenbau im alten Rottweiler Stadtgraben
hat sich FISCHER ein Denkmal gesetzt, das noch in späten Zeiten von
seiner fleißigen geologischen Sammel- und Forscherarbeit künden wird.
Das Andenken an Prof. Dr. H. FıScHER wird wie bei seinen dankbaren
 Schülern und Amtsgenossen, so auch im Verein für vaterländische
Naturkunde stets in Ehren gehalten werden. KONRAD MAYER.
            
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