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In den festen Boden dagegen dringt die Sonnenwärme nur wenig tief ein;
die Wärmeaufspeicherung im Sommer beträgt nur „4. von der des Wassers;
die im Winter verfügbare Wärmemenge ist daher gering und der tägliche
Gang der Oberflächentemperatur schwankt im Sommer ganz außerordentlich,
Die verschiedene Windgeschwindigkeit über Land und See ruft bei
Seewind Stauwolken am Ufer, bei Landwind die Auflösung der Wolken
über dem See hervor,
Der Wärmehaushalt des Sees setzt sich aus’ vielen
Faktoren zusammen. Am wichtigsten sind Ein- und Ausstrahlung, Zuınd
Abfluß und Verdunstung, ohne Bedeutung die von den Niederschlägen
und aus dem Erdinnern zugeführte Wärme. Die Verhältnisse liegen im
Sommer- und Winterhalbjahr ganz verschieden. Man sollte nun, da im
Sommer der über dem Land erwärmten Luft Wärme entzogen, im Winter
dagegen Wärme an die Luft abgegeben und für stärkere Bewölkung verbraucht
wird, einen Einfluß des Bodensees auf die Temperatur oder Bewölkung
des benachbarten Landes erwarten, findet aber, daß die mittlere
Temperatur am Ufer nur wenig von der im Binnenland verschieden ist.
und daß das Mittel'der Bewölkung am Bodensee genau der mittleren Bewölkung
von ganz Württemberg entspricht. Dies kommt daher, daß man
bisher nur Mittelwerte untersucht hat und nicht Einzelfälle, So zeigt ein
Vergleich von Ravensburg und Friedrichshafen, daß es an kalten Tagen
in Friedrichshafen immer um einige Grade wärmer, an heißen Tagen kühler
ist als in Ravensburg. Bei kalten Nordostwinden findet man auf dem
Südufer des Sees ganz erheblich wärmere Temperatur als am Nordufer.
Die bekannten Erscheinungen des Land- und Seewindes sind
darauf zurückzuführen, daß über erwärmtem Gebiet die Luft in den untersten
Schichten angesaugt wird, auf sie zuströmt und von kälteren Gegenden
wegströmt. Tags weht also der Seewind vom kühleren See nach dem wärmeren
Land, nachts der kühle Landwind gegen den See. Der Einfluß des
Seewindes auf die Temperatur und Feuchtigkeit am Lande ist z. B. bei
einem Vergleich der betreffenden Kurven von Hohenheim und Friedrichshafen
deutlich zu erkennen. Auch in der Bewölkung sind Unterschiede
wahrnehmbar Die erwähnte Auflösung der Wolken über dem See bei
Landwind bewirkt, daß bei Einfallen der Sonnenstrahlen aus Südwesten
ein schmaler Streifen am Nordostufer den ganzen Tag Sonne hat, auch
auch wenn über dem Land Wolkenschatten liegt (sonniger Badestrand).
Im Winter liegt manchmal lange Zeit über dem See zwischen 100 und 600 m
Höhe eine geschlossene Wolkendecke, die sich bis 20 km weit ins Land
hinein erstreckt. Sie ist eine Folge der relativen Wärme des Sees, die die
Verdunstung und Wolkenbildung unterstützt und so Nachtfröste verhütet.
Im zweiten Teil seines Vortrages behandelte der Redner noch kurz.
lie Niederschlagsverhältnisse im übrigen Württemberg. An verschiedenen
Profilen und Karten wurde gezeigt, daß zwar Schwarzwald, Alb und Algäu
lie regenreichsten Gebiete sind, daß aber die Niederschlagsmenge nicht
zanz der Höhenzunahme entspricht. Auf der dem regenbringenden Wind
zugewandten Seite (Luv) sind die Niederschlagsmengen viel größer als auf
der entgegengesetzten (Lee-)Seite. Die im Binnenlande geltende Regel
des Niederschlagsmaximums in den Sommermonaten wird im Schwarzwald