Il. Sitzungsberichte,
Hauptversammlung am 26. Juni 1927 zu Heilbronn.
Geheimrat Prof. Dr. Haußmann sprach über Magnetische
Messungen im Steinheimer Becken. Nach einer Übersicht
über die wirren geologischen Verhältnisse des Steinheimer Beckens
wies Redner auf die verschiedenen geologischen Erklärungsversuche
(Lakkolith- und Explosionshypothese) und auf den Wert geophysikalischer
Messungen, wie sie schon früher im Jahr 1902 im Ries vom Vortragenden
angestellt worden waren, zur Ergänzung und Prüfung geologischer Untersuchungen.
hin. Die Messungen der Vertikalintensität wurden mittels
»iner neukonstruierten Magnetwage im Herbst 1926 und Frühjahr 1927
ausgeführt, und zwar an geologisch wichtigen, meist vom Landesgeologen
Dr. Kranz angegebenen Punkten in einer durchschnittlichen Entfernung
von 350 m. Das Ergebnis ist folgendes: Nach Ausscheidung des normalen
nagnetischen Erdfeldes bleibt für das Steinheimer Becken eine von Nordwesten
nach Südosten zunehmende regionale Störung, als Teil des großen
Störungsgebietes unter der Alb. Nach weiterer Absonderung der regionalen
Störung ergeben sich die lokalen Einzelheiten der Störung. Diese sind
weniger groß bei Steinheim und unter dem Steinhirt-Klosterberg, auch
im Ost- und Westgebiet des Beckens, am stärksten längs des Stubentals,
teilweise außerhalb des Beckens, und ziemlich stark senkrecht dazu vom
westlichen Knill ab in nördlicher Richtung zwischen dem Klosterberg und
Galgenberg. Hier sind ausgesprochene magnetische Kammlinien vorhanden,
deren Erstreckung über das Becken hinausgeht. Sie weisen auf
eine gratartige Aufpressung vulkanischer Massen in Richtung des Stubentales,
auch unter dem westlichen Knill und dicht nördlich vom Burgstall
hin und auf eine Aufwölbung vom westlichen Knill gegen Norden durch
das ganze Becken und darüber hinaus. Der ganzen Art der Störung nach
sind. es magnetithaltige, basische vulkanische Massen, die die Störung
verursachen. Im übrigen überläßt der Vortragende die Deutung des Ervyebnisses
der Messungen dem Geologen. (Seemann.}
Im Anschluß an den Vortrag wurde eine Erklärung des durch Krankheit
verhinderten Landesgeologen Dr. W. KRANZ zu den magnetischen Messungen,
die auf seinen Vorschlag an den geologisch wichtigen Punkten (auf Aragonit,
Kieselsäure, Bunter Breccie, Griesen, Bergrutschen, gestörten und ungestörten
Schollen) angesetzt worden waren, verlesen. Da nur vorläufige
Ergebnisse vorliegen, ist die Deutung nicht endgültig. Gegen eine lakkolithische
Aufpressung unter dem Klosterberg-Steinhirt spricht die an-