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Ein großer Pliosaurus aus dem schwäbischen Ornatenton,
Von Freiherrn Friedrich von Huene, Tübingen,
: (Mit 26 Abbildungen,)
Im Frühling 1920 machte mich in dankenswerter Weise Herr Oberlehrer
Heinricn Breeg aus Ebingen aufmerksam auf das Vorkommen
großer Knochenreste am Fuß der Schalksburg. Es ergab sich, daß an
einer früheren Erdrutschstelle im Hintergrund des kleinen Talkessels
nordöstlich von Lauffen bei Balingen in Trümmern einer bankartigen
großen Geode aus dem verrutschten Ornatenton (QuEenstepts Braun
Jura €) sich die gewaltigen Knochenreste fanden. Alle auffindbaren
Irümmer dieser Geodenbank wurden mitgenommen und konnten erst
kürzlich präpariert werden, In der mühsamen Präparation haben die
Präparatoren des Geologischen Instituts in Tübingen, G. und W, WEerTzeL.
Ausdauer und Geschick bewiesen,
An den Knochen haftend wurden folgende Fossilien! gefunden:
Hybodus sp., ein Zahn,
Notidanus cf, davisi A. S. WOODWARD (aber wahrscheinlich verschieden
davon, auch wesentlich größer und verschieden von Notidanus huegeliae
MÜNSTER, beide aus gleichem Horizont), eine Anzahl Zähne,
Perisphinctes convolutus ornati QUENSTEDT, ;
Perisphinctes sp. (triplicatus-Gruppe),
Oppelia sp. (Fusca-Gruppe),
Belemnites subhastatus BLAINVILLE.
Die große, flache Geode, die offenbar nur das Skelett einhüllte und
wohl auch dadurch bedingt war, ist beiläufig etwa 20 cm dick, wechselt
aber an Stärke je nach den eingehüllten Knochen, Etwa das untere
Drittel der Gesteinsdicke erscheint dicht und rauh, der größere obere
Teil feinkörnig und mit schlieriger Schichtung, Das Gestein ist ein blaugrauer,
toniger Kalk,
Die geborgenen Trümmer der Skelett-Geode enthalten immerhin nur
einen kleinen Teil des ganzen Skeletts, aber aus allen Skelettregionen
und genügend, um die artliche Bestimmung und die Dimensionen des
Skeletts festzustellen. Es handelt sich um
Pliosaurus ferox SAUVAGE SPp.,
wie er am vollständigsten von AnvDrews aus dem unteren Oxford-Ton
der Umgebung von Peterboroush in England beschrieben ist.
Herr Dr. ALDINGER war so freundlich, die Haifischzähne, und Herr Dr. ROLL,
die Cephalopoden zu bestimmen, wofür ich ihnen bestens danke, Herr Oberlehrer
BREEG hatte die Liebenswürdigkeit, dem Geologischen Institut in Tübingen
eine der Pliosaurus-Phalangen, sowie zwei Haifischzähne und einen Ammoniten
zu überlassen, ihm sei auch an dieser Stelle herzlich dafür gedankt.