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Dies beweist, daß die mechanische Beanspruchung eine Scherung
war, Die Spalte ist also eine durch Scherung entstandene Verschiebungsfläche.
Die Stufenharnische weisen darauf hin, daß sich Hangend- und
Liegendscholle, also beide, bewegt haben. In den meisten Fällen ist an
Verschiebungsflächen im Aufschluß nur die tektonische Bewegung der
einen Scholle zu erkennen. Man denkt sich dann die liegende Scholle
fest und spricht von Auf- bzw. Abschiebungen. In unserem Falle würde
man also von einer Abschiebung sprechen. Doch die Bewegungsspuren
zeigen hier den Charakter der tektonischen Bewegung genauer auf. Das
Ausmaß der Verschiebung ist mit wenigen Zentimetern gering. Doch
zeigen benachbarte Parallelspalten Sprunghöhen bis zu 50 cm,
Das riesige Bergsturzgebiet zwischen Hausen und Überkingen möchte
ich in ursächlichen Zusammenhang bringen mit dieser Spaltenbildung
an der Hausener Wand, die vielleicht nur ein Teil einer hier in NW-Richtung
durchziehenden Verwerfungszone ist? Das hier stark verengte
Filstal hält auch eine NW-Richtung ein. Das starke Überhängen der
Verwerfungs- und Kluftspalten gegen Süden hat gerade hier die Entstehung
der Bergstürze sicher begünstigt.
Ein langer, in der Streichrichtung verlaufender Gebietsstreifen, vom
Sickenbühl im W über Gruibingen, Rufstein und Augsberg zur Nordalb
im Osten, zeigt auffallend flache, zum Teil schwach muldenförmige
Lagerung. Die beinahe horizontale Lage des Augsberg und Rufstein ist
auch morphologisch gut zu sehen. Vom Rufstein zur Nordalb läßt sich
eine flache Schichtmulde erkennen, in deren Mitte im Harttal durch verstärktes
Einfallen sehr wahrscheinlich eine Verwerfungslinie entstanden
ist. Der südliche Gebietsstreifen bis zum Filstal zeigt im allgemeinen
wieder stärkeres, zum Teil sehr starkes Einfallen. Ein besonders starkes
Fallen hat die Deggingen zugekehrte SO-Seite der Nordalb, der Buchrücken
und das Höllbachtal bei Mühlhausen. Vom Häringer Berg. über
den Sickenbühl und Bläsi zum Filstal oberhalb Wiesensteig zeigt sich
schön der oben schon erwähnte periodische Wechsel zwischen flacher
Lagerung und raschem Einfallen.
Die Filstalstörung.
Das in dem Gebietsstreifen nördlich vom Haupttal herrschende und
gegen das Tal zu sich überall steigernde SO-Fallen setzt sich auf der
rechten Talseite nicht ohne Störung fort. Beim Zeichnen der Streichlinienkarte
ergab sich die Notwendigkeit, im Verlauf des Tales von
Ditzenbach bis Wiesensteig eine Störung anzunehmen. Die Schichten
auf der Südseite sind bis zu 30 m höher gelagert als auf der Nordseite
des Tales. Die Frage nach der Art der Störung, ob Flexur oder Verwerfung,
läßt sich nicht bestimmt beantworten. Nach den Beobachtungen
über die Natur der Störungen im übrigen Gebiet ist anzunehmen, daß
Flexur und Verwerfung in Verbindung miteinander auftreten. Die
Streichrichtung der Störung ist ungefähr N 60° O0, Die Sprunghöhe ist
am größten bei Mühlhausen; von hier aus nimmt sie talabwärts langsam,
talaufwärts besonders bei Wiesensteig rascher ab.