“AU
nordwärts eilenden Bäche sind unzweifelhaft die Überlegenen, Auf ein
höheres Alter des Systems der Paralleltäler weisen auch noch andere
morphologische Elemente hin, Dazu gehören die 7-Flächen.
Auf die starken petrographischen Unterschiede zwischen den geschlossenen
#-Kalken und den darauf folgenden, mächtigeren y-Mergeln
ist die Herausbildung der sogenannten „y-Flächen“ und „ß-Stufen” zurückzuführen,
GrADmAnn (33) hat die Verbreitung dieser y-Flächen am
Albtrauf aufgezeigt. Er konnte nachweisen, daß das typische Bild derselben
von Reutlingen bis zum Bosler fehlt, um dann wieder in der
Gegend von Göppingen, Geislingen und Gmünd in Erscheinung zu
treten, „Die Zerstörung an der mittleren Alb ist auf die Zerstörung des
Neckars zurückzuführen, der gerade auf dieser Strecke besonders stark
dem Trauf sich genähert hat und mit seiner diluvialen Talvertiefung
auch auf die Nebenflüßchen anregend gewirkt hat” (GrAaDmann). Auf
der Übersichtskarte kommt der Gegensatz zwischen dem Einzugsgebiet
der Kirchheimer Lauter und dem der Fils sehr gut zum Ausdruck. Das
kleine Lautersystem hat sich mit der Lindach einen tiefen und breiten
Einschnitt geschaffen in Form des Neidlinger Talkessels; die Lauter
und ihre Nebenflüßchen fließen auf kurzer Laufstrecke und mit sehr
starkem Gefäll im Oberlauf zum Neckar, Das Einzugsgebiet der Fils ist
dagegen bedeutend größer; ihr Oberlauf hat eine weit ausgedehnte Halbinsel
aus dem Albkörper herausgeschnitten und diese ist wieder von
einer Reihe von Paralleltälern zerfurcht. Das Gefäll von Haupt- und
Nebenflüssen ist besonders im Oberlauf, bedingt durch die weite Entfernung
der Quellbäche von der Erosionsbasis des Neckars, durchschnittlich
viel schwächer als das des Lautersystems. Im Gebiet der
Lauter ist der Steilrand schroff, die y7-Flächen fehlen; im Filsgebiet
sind diese gut ausgeprägt. Wir sehen, die Erklärung Graomanns ist sehr
treffend für die Verhältnisse unserer Gegend.
Die ausgedehnten y-Flächen sind auf den Albrand beschränkt. Dazu
gehören; Die Flächen östlich vom Bosler, diejenigen am Kornberg
und die größte und morphologisch am besten heraustretende des Sielenwang.
Kleinere sind noch in dem Gebiet der linken Nebenflüsse zu
finden. Das Gebiet der „Halbinsel“ ist stärker zertalt und an den Talrändern
stärker abgetragen als die rechte Talseite der Fils. Diese wird
vom Fluß stärker zurückgedrängt; viele starke Quellen spenden das
Wasser für die mit starkem Gefälle dahineilenden Quellbäche. Infolge
der raschen Zurückdrängung der Talwand kann sich hier keine 7-Fläche
ausbilden. Doch ist auch hier im Bereich des ß ein schroffer Steilanstieg,
oft mit steiler Felsenmauer, an den Hängen zu beobachten, worauf im y
eine Verflachung eintritt. Die morphologische 8/y-Grenze kommt, sofern
sie noch in den Bereich des Wiesengürtels oder der Heideflächen zu
liegen kommt, wie es im oberen Filstal von Mühlhausen aufwärts der
Fall ist, als gut erkennbare Linie zum Vorschein. Für die Kartierung bei
fehlenden Aufschlüssen gibt hier die Morphologie gute Fingerzeige.
Demgegenüber finden wir auf der Halbinsel nur Quellen mit durchschnittlich
schwächerer Wasserschüttung. Eine Folge dieser Erschei-Jahreshefte
d. Vereins f, vaterl. Naturkunde i, Württ. 1936,