Full text : Jahreshefte des Vereins für Vaterländische Naturkunde in Württemberg : zugl. Jahrbuch d. Staatlichen Museums für Naturkunde in Stuttgart (Bd. 94, 1938)

Il, Original-Abhandlungen und Mitteilungen,

Schwimmfährten von Fischen im Stubensandstein.
Von Otto Linck, Güglingen,
Mit 2 Abbildungen.

Auf der Schutthalde des bei Linck-BERcKHEMeR („Aus der Heimat“,
1938, Heft 7/8) unter Nr. 57 abgebildeten alten GozssseLschen Bruchs bei
Ochsenbach, der in die obere Hälfte des I. Sandsteinhorizonts des Strombergstubensands
 zu stellen ist, hoben sich im schrägen Abendlicht auf
einer Leseplatte zwei eigentümliche, scharf gerippte Bildungen ab, die von
vornherein als organisch erzeugt, als „Lebensspuren‘, zu deuten waren.

Abb. 1 (etwas verkleinert).

Abb. 2 (etwas verkleinert).

Die Länge der breiteren Bildung (Abb. 1) beträgt 19 mm, ihre größte
Breite 10 mm; die schmälere Bildung (Abb. 2) weist 23 mm Länge und
9 mm Breite auf, Die erste Form zeigt 9 ungegabelte, weich gebogene,
die zweite Form 14 kräftigere, gerade Rinnen. Beide Spuren sind als
Ganzes erhaben und scharf von der Umgebung abgesetzt.
Die Überlegung und entsprechende Durchsicht der Literatur ergab,
daß mit diesen Bildungen fossile „Schwimmfährten‘“ von Fischen vorliegen,
 wie sie ganz ähnlich O, Aseı aus dem. lithographischen Schiefer
Bayerns beschrieben hat, und zwar handelt es sich hier um Ausgüsse
ursprünglicher Eindrücke, die sich in eine tonig anzunehmende weiche
Unterlage eingeprägt hatten; die Platte stammt ja aus den hangenden
Mergellagen des Steinbruchs, in die dünne Sandsteinlinsen eingeschoben
Jahreshefte d. Vereins f. vaterl. Naturkunde i. Württ. 1938.
            
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