Nachtrag zu: Ein Lebensraum von Ceratodus im Stubensandstein
des Strombergs usw.
Von Otto Linck, Güglingen, '
Mit 5 Abbildungen und 3 graphischen Darstellungen.
Das seit meiner ersten Veröffentlichung (diese. Jahreshefte 1936)” angefallene
weitere reiche Material von Ceratodus rectangulus aus dem
Ochsenbacher Bruch läßt eine Ergänzung der damaligen Arbeit in systematischer
Hinsicht wünschenswert erscheinen.
1. Der Unterkieferknochen.,
Nachdem 1936 zunächst nur eine Beschreibung des Oberkieferknochens
(Palatinum) gegeben werden konnte, liegen nun auch einige
Zahnplatten mit Unterkieferästen vor, die die noch ausstehende Beschreibung
des für Ceratodus rectangulus spezifischen Spleniale ermöglichen,
Im ganzen sind freilich die Unterkiefer (wie auch die Unterkieferzähne)
aus Gründen, die schon in der ersten Arbeit angedeutet
wurden, bei Ceratodus rectangulus in Ochsenbach immer noch viel
seltener als die Oberkiefer (und die Oberkieferzähne) ; ganz im Gegensatz
zu der erneuten Feststellung Stromers (1938), daß sonst die Palatina
seltener seien als die Splenialknochen, Jedenfalls saßen bis jetzt
in Ochsenbach 39 Oberkieferzähne noch auf dem zugehörigen Knochen,
während nur 12 Splenialzähne noch mit ihrer ursprünglichen Unterlage
verbunden waren,
Die Grundform des Spleniale von Ceratodus hat Pzver 1917 eindeutig
festgelegt: „Charakteristisch für diesen Knochen ... ist die Zusammensetzung
aus einem ungefähr senkrecht zur Ebene der Zahnplatte
stehenden Hauptteil und dem unter etwa rechtem Winkel davon abgehenden,
. die Zahnplatte tragenden ‚Balkon‘, Zwischen diesen beiden
Teilen liegt an der labilen Seite des Knochens die Grube zur Aufnahme
des Meckelschen Knorpels.‘ Als besonders kennzeichnend für das
Spleniale erwähnt Peyer ferner in Übereinstimmung mit TELLER und
ZırreL eine mehr oder weniger scharf ausgeprägte Kante, die etwa unter
dem Innern Winkel der Zahnplatte beginnt, ungefähr in der Mitte der
Innenfläche des Knochens bogenförmig absteigt und (auch bei unscharfer
Ausbildung) zwei verschieden gerichtete Flächen der inneren
Seite des Spleniale unterscheiden läßt,
Das Spleniale von Ceratodus rectangulus ist im Grundsatz gleich
gebaut, zeigt aber folgende Eigentümlichkeiten, durch die es sich von
den bekannten Unterkieferknochen von Ceratodus Kaupi Ac., concinnus
Pıjen., parvus Ac. abhebt:
* Zitierte Literatur siehe am Schluß.