Volltext : Jahreshefte des Vereins für Vaterländische Naturkunde in Württemberg : zugl. Jahrbuch d. Staatlichen Museums für Naturkunde in Stuttgart (Bd. 94, 1938)

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Verbreitung und Einwanderung
des Blausterns (Scilla bifolia) im mittleren Neckargebiet.
Von Wilhelm Kreh, Stuttgart.

Zu den Arten, die der Pflanzendecke des mittleren Neckargebiets
einen auffälligen Zug verleihen, gehört der Blaustern (Scilla bifolia).
Zwar ist er auch hier keineswegs eine häufige Pflanze, aber er besitzt
immerhin im Vergleich mit anderen Teilen von Süddeutschland eine
ungewöhnlich große Anzahl von Wuchssorten und lädt so den Beobachter
 ein, den Gründen für seine oft recht eigenwillige Verbreitung
nachzugehen. Günstig ist, daß seine auffällige Blüte es erlaubt, das
besiedelte Gebiet mit großer Sicherheit festzustellen und so auf Beobachtungslücken
 beruhende Fehler weitgehend zu vermeiden. In großen
Zügen ist seine Verbreitung für ganz Südwestdeutschland ‘schon von
EICHLER-GRADMANN-MeEIcErR (1927) festgestellt worden. Die vorliegende
Arbeit sucht sie in einem kleineren Ausschnitt, dem mittleren Neckartal
(von Rottenburg bis Heilbronn) mit den Nebenflüssen Lauter, Fils, Rems,
Murr, Enz mit Metter und Glems, Körsch; Ammer u.a, genau festzulegen,
 Standortsansprüche und Gesellschaftsanschluß zu bestimmen und
Schlüsse auf seine Einwanderung zu ziehen. Wo es notwendig war, geht
sie auch über dieses Gebiet hinaus.
Dieses Ziel war nur zu erreichen mit der Unterstützung zahlreicher
örtlicher Florenkenner. Sie ist mir in reichem Maße zuteil geworden.
Neben den in der Arbeit genannten Gewährsmännern für einzelne Fundorte
 bin ich zu großem Dank verpflichtet Herrn Studienrat Dr, RıeBEr
(Balingen), BaıLz (Rottenburg), MAyer (Rottweil), Gıtrrincer (Nagold),
ScHEKELER (Waiblingen), GörkxeL (Heidenheim a. Br.), Studiendirektor
Dr. Örtıe (Hall), Professor Wırpmann (Bruchsal), Kustos KneucHER
(Karlsruhe), Pfarrer Mörder (Unterregenbach), Hannemann (Neustadt
a.d. Aisch), Oberlehrer Breec (Ebingen), Freytag (Blaubeuren), Topr
(Mühlacker), WoiLr (Heidelberg), Kaufmann Hauc (Tuttlingen), Fabrikant
 Suror (Stuttgart) (für Bestimmung und Bestätigung der Moose)
und nicht zuletzt meinen Stuttgarter Wandergenossen Oberlehrer Huser,
Oberlehrer Gutsrop, Rektor Dr. GscHEImDLE.
Il. Standort
Die Vorliebe für die Flußnähe, die dem Blaustern den Namen
einer Stromtalpflanze eingetragen hat, zeigt sich auch im mittleren
 Neckargebiet; auch hier ist die Wahrscheinlichkeit seines Vorkommens
 um so geringer, je weiter man sich vom Fluß entfernt. Im
Flußtal bevorzugt er die Talsohle; im Auwald fühlt er sich, wie seine
üppige Entwicklung zeigt, am wohlsten. Leider hat er dazu gerade in
            
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