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Von der Architectur
Das Jünffte Buch. Das X1V. Capittel,
Darinn vonvielerley Art vnd Formender Templen vnd Kirchengehandlet
wirdt.
' Fewol may im ganßen Christenthumb hin vynd wider viel vnd manigerley Tem-%
» Apelvnd Kirchen sipct so wol Anriqueals Newe/so wil ich doch meinemin vorigen Bücheren besche
“2 henem vorheissen gnug zuthun/ auch etwas dauon tractierenzvnd auffs mindest zwölff vnderschiedliche
Manieren der Templen mitjhren Grundleguagen/ vnnd maassen entwerffen vnd fürreissen-vnd von
derrunden Form als der perfectsten vnd vollkomnisten ein anfang machen. Demnach aber zu diesen vnseren
zeiten viel mehr/wieich vermeine/auß mangel des fosien/ als von wegen ringer andacht zum Gottesdienst/
wenig grosse Kirchen mehr gebauwct werden/ja man auch dieselbigen nicht außführct- so vorzeiten angefangen
worden/so will ich meine Kirchen also klein machen / das sie zimlicher maasjen passieren/ vnnd in kurger
zeit / mit kleinem kosten mögen außgebauwet werden; Der Diameter nachfolgender grundlegung ist als
lang als hoch / nach des Figur des Circkelrisses nemlich von sechtig Schuhen. Diedicke der Maurenhaltek
einiverten theil des Diameters/nemlich fünffzehen Schuß / damit die Capellen mögen komlich hineyngemachet
werden/welche sollen zwölff Schuh breit seys. Die halbe Rundungen zwischen den Pfeileren halten
in der breyte vier Schuh/ die anderen aber in dem Cyngang vnnd den drey grossesien Capellen haltenin der
breyte sechs Schuh ein halben, Damit man auch an Stein vnd Kalch etwas kostenerspare / so soll man au?
serthalb zwischen die Capellen die grosse halbe Rundungen'machen/deren breyte auff fünffzchen Schub
kompt/ Dieser Tempel sieht von der Erden erhept auffs mindest fünff stapflen/möchte er etwas höher seyen/
werenicht böß. Dan das Erdtreich verhöcht wird je lenger je höher/also das man jekiger zeit in viel alte Kir?
c<en niderwerts tretten muß / daman vorzeyten hinauff gangenist, Die stapflen sollen allzeit vngleich seyn/
nach der lehr Vitruuij, da ex von den Templen spricht/ damit ( sagt er) wenn man mit dem rechten Fuß bes
gint hinauff zu sieigen/man auchmit demseiben TJuß zum ersten- auff das Pflaster des Tcempelstrette. Das
Fundament betreffent/kan man nitfählen/ wann mans tieff vnnd breit gnug machet, Die mindestebreyte
mag seyen'das man von dem Diametcr/der dicke der Mauren einperfecte vicrung mache, vnd die Diagonal
oder Creußlini derse'ben Vierung / sol die breyte dest Fundaments der Mauren vnden seycn. Also wird es
vomVirruvio, nach meinembeduncken beschrieben in seinem Buch- da ex von ÖGrundlegungen handlet.
Das außfällen oder skossen des Fundaments/es sey jm vestem oder Wasscrxrechtigengrunde/anlangendy
isvavonnöhten dauonzu tractieren/ weil es jedexman wol bekandtiß.