Full text: Die Baumeisterin Pallas/ Oder Der in Teutschland erstandene Palladius, Das ist: Des vortrefflich-Italiänischen Baumeisters Andreae Palladii Zwey Bücher Von der Bau-Kunst : Deren Erstes I. Von denen Materialien/ die zu dem Bauen insgemein gehören ... Das Zweyte tractiret I. Von denen Zierrathen der gemeinen Gebäue ... / Ins Teutsche nach dem Italiänischen übersetzet/ Mit ... dazu gehörigen Figuren erbaulich ausgerüstet/ und Zum erstenmal an den Tag gegeben/ Durch Georg Andreas Böcklern/ Archit. & Ingenieur

Cap-XX1 Das 1, Buch» 47 
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Cormcien oder Haupt-Gesimse gemacht: würden / solte opne Zweiffel selbiges Gebäu ein 
heßliches Anschen gewinnen? Etliche geben den Seulen mit ganzem Fleiß einenSchein/ 
als obsie entzivey geschnitten oder zerbrochen wären / und machen deßwegeneinige Ringe 
oder Kränke herum / welche sie gleichsam beysammen haltenz Aber das soll man nicht 
thun/dann je gänger und stärker die Seulen sich erzeigen/desto mehr scheinen sieden Effect 
zu hun/worzu sie hingeseßet worden seynd/nemlich daß sie den Baudestoficherer und be- 
fändiger machen. Ich könntenoch vielandere dergleichen Mißbräuche erzehlen/als zum 
Erempel/daßman an den Cornicien oder Haupt-Gesimsenetliche Glieder machet/ so mit 
denanderenkeine Proportion habenz Allein / es ist unvonnöthen/weilen sie aus dem be- 
reits gemeldten leichtlich werden können erkannt werden. Nun ists Zeit/daß mankom» 
me zu der Disposition der besondern Haupttheilen und Oerter der Gebäue. 
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Non den Fallen oder Wauben /Wingängen/ 8dä- 
len/ Bemächern / und von dero Destalt, 
Je Hallen werden mehrentheils8in dem vordern Gesicht des Hauses / und itt 
dem hinterngemacht ; In der Mitte desselben wird nur eine / an den Seiten 
aber zwey gemacht. Es dienen aber dieseHallen zu vielen Bequemlichkeiten/ 
8...  „„lszumSpaßiren/zum Speisen/und zu andern Vergmüglichfeiten / werden 
auc< groß und flein gemacht/ nachdem es die Grösse oder die Bequemlichkeit des Baues 
erfordert z Doch müssen sie nicht schmäler seyn/dann zehen/ auch nicht breiter dannzwan- 
ßig Schuh. Nebst diesem haben alle wol ordinirte Häufer in der Mitte/und in dem schön? 
sten Theildesselbigen/einige Oerter / aufwelchealle anderezuyund ausgehen / die untere 
werden Eingänge / und die obere Sääle genannt. Sie seynd gleichsam wiefreye Pläße3 
Und diese Eingänge dienen zu Oertern/ wo diejenigen stehen /welche warten/bis der Pa» 
tron oder Herr herauskomme/umihn zu begrüssen/oder sonst imitihm umzugehen/und die- 
seseynd der erste Theil € nebst den Hallen.) welche dem vorkommen" soins Hauseintritf. 
Die Sädle dienen zu Frölichkeiten/ zu Gastereyen/Hochzeiten/Schauspielen/ und derglei- 
<henz Und darum müssen diese Oerter vielgrösser alsandere / und auf eine Art gestaltet 
seyn/daßvielLeute bequemlich darinnen sigen dder stehenkönnen / umzu sehen/was man 
damache. Jch pflegeniemals zu der Länge der Sääle über zwey Quadraten von der Brei» 
tezunehmen 3 Aber jemehr sie.zu dem Quadrat oder gevierdien Figursich nähern. 7 desio 
ldblicher und bequemer sie seyn werden N MONE pme 
Die Gemächer oder Zimmer müssen auf beyden Seiten des Eingängs unddes Saals 
ausgetheilet werden 3 Und ist in ächt zu haben/daß die aufderrechten Seite/mit denen an 
der lincken gerad übereintreffenzund gleich seyen/ damit das Gebäu aufeiner Seite wie au 
der andern sich präsentire/und die Mauren die Last der Decdkein gleicher Schwere tragen/ 
dann machet manaufeiner Seite die Gemächer groß/und auf der andern flein/sowirddie- 
se/ wegen der vielen Mauren und Wände/ kräfftiger seyn die obere Last zu kragen / und 
jeneschwächer/woraus mit der Zeit sehr grosse Inconvenienten / 1a die Ruine oder Ein? 
fall des gangen Baues/erfolgenkönnen. Der schönsten undproportionirtesten Arten von 
Gemächern/seynd sieben ? Entweder rund(aber dassfelten)/oder gevierdt/oder indie Län- 
ge / welche seyn kan' von der Diagonal-Lini des Quadrats der Breite7 vder einQuadrat 
undeinDrittheil/oder anderthalb Quadrat/oder ein Quadratund zwey Drit» 
theil/oder von zweyen Quadraten 
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