Full text: Die Baumeisterin Pallas/ Oder Der in Teutschland erstandene Palladius, Das ist: Des vortrefflich-Italiänischen Baumeisters Andreae Palladii Zwey Bücher Von der Bau-Kunst : Deren Erstes I. Von denen Materialien/ die zu dem Bauen insgemein gehören ... Das Zweyte tractiret I. Von denen Zierrathen der gemeinen Gebäue ... / Ins Teutsche nach dem Italiänischen übersetzet/ Mit ... dazu gehörigen Figuren erbaulich ausgerüstet/ und Zum erstenmal an den Tag gegeben/ Durch Georg Andreas Böcklern/ Archit. & Ingenieur

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terder Erdenist/sd vom Herrn Franciscogemacht/und Xolia genennet worden/in welches 
vielgedachte Windleitungen hineingehen/ an welchen er/damit esmit dem Namen gezieret 
wäre/weder Fleiß noch VUnfostengesparet hatte, + 
Damit wir aber wieder auf die Camin kommen/ so machen wir siein die Dieke der 
Mauren/und führen ihre Röhrenübersich/bis über das Dach hinaus/damit sieden Rauch 
in dieLufft führen/ da zu mercken ist/daß man die Röhren weder zu weit noch zu eng maches 
dann wannman siezu weit machet/ indem daß die Lufft in demselben herum vagieret und 
lauffet / so wird sie den Rauch herunter jagen? undihn nicht über sich steigen/ noch frey 
hinausgehen lassen z in den. gar engenaber/weiten der Rauch versticket/zund feinenfreyen 
Ausgang hat/so wird er darinnen verbleiben/und also wieder zuruck herunter fallen: De- 
rohalben sollen die Röhren/ an den Caminen der Gemächer/nicht weniger denn einen hal- 
ben Schuh/ noch mehrals neun Zoll breit/ undanderthalb Schuhlanggemachtwerden/ 
und der Eingang der Pyramide/ dasican die Röhrestösset / solle etwas enger seyn/ damit 
wann der Rauch wieder herabkäme/erdieselbige Hinterniß finde/und nicht in das Gemach 
kommen fönne. 
Esmachten etliche die Röhren krumm/ dämit wegen deroselben Krimme/und wegen 
desFeuers/so den Rauchüber sich treibet/ der Rauch nicht wieder zuruck kommen könne. 
Die Rauch-Löcher /durh welche der Rauch hinaus geben solle/spllen weit/ und von al- 
ser Materi/so leichtlich anbrennet/fern abgesondert seyn. 
Die Nappe/auf welcheman den Pyramidem des Caminssetet/sollen sehrzart ausge- 
arbeitet werden / und gar nichts grobes noch bäurisches an sich haben3 dann die Opera Ru» 
stica einemgar mächtigen grossen Gebäu/wegen schon gedachter Ursachen /zugehören«. 
Bis hießet Palladius, 
e 
Böcklers Sugabe, 
GY Zwar unser Aufhor in diesern Capitel von denCaminen/und ihrer Propörtion/vermeinet eine gntgs 
same Junformation und Nachrichtzu geben so.befinden wir doch/ aus solchem kuren Unterricht/der 
Sache noch kein Genügen geschehen zu seyn/indememan/ bey Aufbatung der Caminen/nachsfolgendes zu 
wissen vonndthen hat: 
1. Den Ort/ wohin man den Camin bauen solle« 
2« DieProportion desCamnins. 
3.« Den Unterscheid der Camin / und die Anfeuyrung« 
4. Die Zierrathen und Materi des Aüfbäauens: 
5. Den Nuten der Camin. v 
6. Den Schaden / und wieden rauchenden Caminen zu helffen. 
1. DenOrtbetreffend/so werden die Camingemeiniglich in dieSääl/ Kammern/ Cabinet und Gat* 
deroben oder Kleider-Kammern/mit unterschiedlichen Zierrathen / je nach der ArchireQen unddes Bau- 
herrns Begehren und Gutachten gemachet.. Man kan aber in Warheitwolfagen/ daßman /inson? 
derheifin Teutschland/wenig Baumeister gefunden haf/die dergleichenCaminrechkmitihrer Mensur/und 
angebührenden Ort haben dressirenoder sezen können 3 also/ daßsie einjeder nur nach seiner Fankasie und 
ÜberredungoderPersuasion desBauherrnsgeseßethat. Die Camin der Sääle sollen aber allzeit mit» 
kenin die Wände oder Mauren kommen/und solcher gestalt gesesk werden/daß sie den Shüren der einkom» 
mendenPexsonen entgegen und im Gesicht iehen/und-also die Sääl und Kammern separiren/ oder zwi» 
schen zweyen Fenstern zu siehen kommen. st man aber gezwungen einen Camin nach des Saals Länge 
an der Seiten zu erigiren und zu seßen/ somuß man selbigen allezeit zwischen zweyen Thüren/wann seldi- 
ge auf dieser Seite in den Saalgehen/seßen 3 dann nichts ist einem Saal schändlicher und unformlicher/ 
wannmanhineingehet/ dann daß der Caminan der Seiten/E>/oder näher bey einem Fenster / als bey denz 
andern siehe. Die Camin in die Kamern abersollen nichkin der Mitte der gegengeseßfen Wand/son- 
dern wol beyseits gezogen werden / damit das Betfundder Sessel so darzu gehöret/ genugsam Raum und 
Plaß habe/nebst noch'einem kleinen Pläßlein oder Durchaang« Ckliche wollen das Bett auf, die rechte 
Seite des Camins haben/welches sich aber nichtwol schicker / und wer sich dieser SubjeQ&ion zu viel ergeben 
wolte/möchteleichtlich einen grossen Fehler begehen 8 vor allen Dingen aber muß manwissen/daßman die 
Breife der Camin/nach der Grösse des Orts/dahin erkommen jolle / nehmenmüsse. Die Camin in 
die Cabinet/bauer man gemeiniglich in dieEcke der kleinen Stäblein oder engen Pläße/nichtallein rene
	        

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