Full text: Die Baumeisterin Pallas/ Oder Der in Teutschland erstandene Palladius, Das ist: Des vortrefflich-Italiänischen Baumeisters Andreae Palladii Zwey Bücher Von der Bau-Kunst : Deren Erstes I. Von denen Materialien/ die zu dem Bauen insgemein gehören ... Das Zweyte tractiret I. Von denen Zierrathen der gemeinen Gebäue ... / Ins Teutsche nach dem Italiänischen übersetzet/ Mit ... dazu gehörigen Figuren erbaulich ausgerüstet/ und Zum erstenmal an den Tag gegeben/ Durch Georg Andreas Böcklern/ Archit. & Ingenieur

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Ohne diese Stücke kan kein Wohn-Haus dvder Gebäu befiehen/ keines von 
allen darf von dem andern getrennet werden. ! 
Wann sie äber mit Versiand/und guter Anordnung eines Felehrt-und erfahr- 
nen Baumeisters/zusammenin ein Corpus gebracht werden/sv wird.alsdann ein 
vollfommen schönes Wer> künstlich zusammen verfertiget/ und denen Menschen 
zur Verwunderung für Augen gestellet : Dahergegen / imfall nureinesobge? 
dachte Stückemangelt und aussen bleibt / das ganße Werc> unvollkominen ver- 
Es hat sich aber indiesen Theilen/ eines vollkommenen Baues / niemiandso 
sehr zu verwundern ? in Erwegung daß der grosse Architedus univern, nemlich 
Gott der Allmächtige uns ein solches figürlich gleichsam fürgesiellet/als er die Fxr- 
Sterne oder Planeten erschaffen/ als eine Materi (also zureden) oder vielmehr 
eine Formund Manier/der vollkommenen Sekung und Unterhaltung des so wun- 
derbaren Baues und Theäkri dieser Welt/ inwelcher / : ferne einer dieser Planee 
ten sich dieser verborgenen Harmonie oder Gesellschafft entäussern/ fallen/ vder 
von seinem Lauffe austretten sollte/so würde(weil durch ihre Gleichung und Con- 
cordiam die widerwärfigeund ungleiche Elementa in guter Einsamkeit erhalten 
werden ) dieser Bau der kleinern Welt durchaus unnüß seyn/ und nicht lang Be- 
siand haben; Dahero Mercurius Trismegistus nicht ohnellrsach recht geschrieben? 
GOtt habe die sieben Planeten erschaffen/ daß sie die Weltnebenihme erhalten 
und regieren/und dieselbe; als die sieben fürnehmste Theildes Himmels/oder als 
Haupt-SeulenderWelt / ne<si GOtt unterseßen. Cben sv wenig kanauch 
ein Königreich der Welt/ dieser Stücke / die dur< der Planeten Namen angezei- 
gef werden/ermangeln/ es seye gleich) eFectu, participatione, limilitüdine, 0hgnifica- 
tione, oderin andere Wege. Zum Exempel? Wann der Ackerbau / der durch 
Saturnum bedeutet undbesördert wird/ einem König seine Landsassen und Unter- 
thanen nichterhaltensollte/was würdeihmekönnengebührlich gereihet werden? 
Was würde der Bauersmann/so zunichtsalszum Feld-und AFerbautüchtig isi 
alsdannfürhaben? = = 
Ist ein Königreich ohne Religion / Recht und Gerechtigkeit/ sodur< Joven 
bedeutet worden ? wiewillda ein König/ und wen will er regieren? undwas 
wird ein solches Königreich anders seyn/ als eine Raub-und Mörder-Grube/ wie 
S, Augustinus sägt. ' | ., 
- ' Sektman Kriegs-Ubungund die Macht eines Königreichs/fo durd) Martem 
vorgebildet/aufdieSeiten/wordur< wirdein solcher König/ für seine Person? für 
feinen Uptertvanen und Feinden/willgeschweigen/womit wird sein ganzes Königs 
reim beschirmet 
Ist ein König ohne Lieb (durc< Venerem vorgebildet) oder Huld seiner Un» 
ferthanen/und reciproce derUnterthanengegenihn? was kan dieses Königreich 
anders seyn/ als eitel Forc<t und Tyranney/gleich wie Neronis Herrschafft gewe- 
sen ist2 Wonicht mutuusamorziwwischen Ehemann und Eheweib/Herren und Un- 
terthanen/Meisier und Knecht/dem König und seinemWVol> ist/was für Treuund 
Gehorsamist in dergleichen Reich zufinden ? H 
Also auch / wo Lirerz , Kauffmannschafft und Haändthierung / in einem 
Lande wenig oder gar nicht getrieben werden (welche Eigenschafft dem Mercurio 
zugetheiletwird) was werden dessen Unterthanen anders seyn/als grobe Eselund 
unvernünfstige Thiere/ohne einige freundliche Gemeinschafft und Disciplin/ohne 
Erkanntnüß / Gesellschafft und Bündnüß fremder und benachbarter Nationen/ 
welche einander nur durch Commercia und Handlungen erkennen / und wit 
beyder Wolfahrt und Nußen sich besuchen; qus welchem leßern/ iin iS 
8 geschiebet; 
ir: 2
	        

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