Full text: Die Baumeisterin Pallas/ Oder Der in Teutschland erstandene Palladius, Das ist: Des vortrefflich-Italiänischen Baumeisters Andreae Palladii Zwey Bücher Von der Bau-Kunst : Deren Erstes I. Von denen Materialien/ die zu dem Bauen insgemein gehören ... Das Zweyte tractiret I. Von denen Zierrathen der gemeinen Gebäue ... / Ins Teutsche nach dem Italiänischen übersetzet/ Mit ... dazu gehörigen Figuren erbaulich ausgerüstet/ und Zum erstenmal an den Tag gegeben/ Durch Georg Andreas Böcklern/ Archit. & Ingenieur

14 Das 1, Buch. CapV,vt, 
Über vorige/ vom Authoxe beschriebene Kalcksteine/hat manauch Kalk aus Kieselsteinen zumachen] 
und diese Kalck Kieselsteine seynd vornemlich dreye ley Arten; Netnlich: 1.Schwarße/weisse/ rothe. Diese 
dreyerley Arten/soll man brenney/io bald sie aus dem Ofen kommen. 
4-2. Alf Marmorsteinen/so schwarß/grau/ esprengf/von unferschiedlichen Farben/ wiemandieselbige 
hin und wider in Teukschlandin grosser Menge Ändet/ auf dem Felde undin den Gruben bricht/ wird der 
schönfie/weisse Kalekgebrannt/ so wol zu dem Mauerwerckals Tünchen nußlichund dienlich, 
3. Alle gebrochene Kalcksteine zu dem Kalckbrennen / seynd besser / denn die zusammengefläubfen; 
Jmgleichendiejenigen/so an einem schaffichten und feuchten Bruch gelegen /seynd besser dann diejenigen/so 
an einem frocknen Ortgefunden werden. 
4. Zu einem rechten Kalckbrandtwerden insgemein dritthalb Tagerordert.:; 
5. Die Kalcköfen seynd ohngefehrer Strösse/etwanzwangig Schuh langz.undvlerzig Schuh fieff. 
6. Je höher die Kalköfen seynd/je besser jeynd dieselbigezu dem Erhißen. 331 '1 30218 
7. Jebälderman nach dem Ablöschen den Kalck/ alsobalden gleichsam noch warm/ verbrauchet/ je be- 
ständiger und stärcker er die Steine anziehet und verbindet/ derowegen im Gegentheil/wann derselbige lang 
abgeldschet ligen bleibet/nicht so Fräfftig als der vorige ist / wie solches die fägliche Erfahrungmie sich bringet. 
8. Dieallerbesten Kalcksteinewerden erfennefaugihrer Härte/Schwehre/und dem Klang. 
9. Derbeste Kalckwird auch erfennet/wannderlelbige einen geschwinden/dikenDampff imAblöschen . 
aufwirsst. | 
j tem 10, wann der Kalck sich dick anhängt in dem Gestell/ darinkien er angemachet wird. 
11. Wann der Kälckmikt seinen eigenen ungebrännten Steinen vermauretwird/ so giebt solches star- 
ee Mauren/indemesie sich am liebsten wied;r miteinander verbinden. 
12. Den Kalc>zuzurichten./ daßderselbige nichtnur drey /vier/ zehen / sondern mehr Jahrlang qut 
und fräfftigbleibe/mußman mit demselbigen nachfolgender Gesialtverfahren. - So bald der Kalck aus 
dem Ofen kommet/so legekman ihnaufeinen ebenen Plaß/ fein gleich/ undin einer Höhe/ efwan zweyoder 
drey Schuh hoch / so lang und breit/ al8 man will/ nachdiesem bedeckt man denselbigen mit gutem Feld-und 
Wasser-Sand/ auch zween oder drey Schuh dick/alsdann sprengtman den Sand alsoüber und über/daß 
ergangnaßwerde/und bisauf den Kalek durchfringe / jedoch aber solcher Gestalt/ daß er sich nichfentzünde 
und verbrefie.Sihefman aber/daß der Sand reisset/und von dem Dampffspaltet/auch sich oben aus einan- 
der trennef/so ziehefman denselbigen mie einer hölßern Krucken oder Schauffel alsobald wieder zu/damit der 
Dampff und Yapordes Kalckes nichtherauskönne/ und also gleichsam ersticken muß. Wann dann die 
RKalcksteine (so gSebrannfk) solcher gestaltmit dem Sand zugedecket worden/so werden siezu lauferFeiste/also/ 
daß/wann manihn über furfz oder lang brauchen und anschneiden will/so wird er seyn von Fette und Zähe 
wieein Käß/ so von eifel Milchram gemacht worden/daßman auch das Hafft-Kübelein / damit man den 
Mörtel anfeuchtet / kaum wird können herausziehen/ wird auch die ZWerck- und Moaursteine so wol anzies 
hen/ und beften/als das beste KüttoderC iment ; Alleinmuß man auchgut Achtung geben/wenn man den 
Sand naß macht/daß derKalc>kstein überal) mit demselben bedeckt sey/damit er FeineLufftempfange/dann die 
Hiß und Dampff des Kal>s trennen den Sand/und suchen ODesfnung/dardurch sich des RKalcks-Krafftund 
Anziehung verzehret/und gleichsam verschwindet. 
Dieser Kalek ist sehr gut zu erhabener Arbeit/ und Wände damitzu befleiden/wieauch den Grundauf 
die Wände damitzu machen/die bemahlet sollen werden; dann/ 'olcher Kal> verfället nicht/ oder frisset und 
erbleichet die Farben des Gemähldes/in die Länge nichf/wieandere Mörfel/ dann es sich viehmal begeben und 
zugetragen haf/wann ein Mahler vermeinet gehabt/er habe seinem Amt ein Gnügen gethan/und efwas gar 
schönes gemahlet/ daß über etliche Zeit hernach der Kalck oder Mörtel die Farben gefressen und ertödfet ge? 
habt/der Ursachen/daß der Kalek nichfrechf/undmitlanger Hand ist bereitet undzugerichfe: worden; dann 
die Schärffe des Kalcks hat die Farben/so zuvor schön und lebhafft gewesen / ermattet und geändert/ ja haf 
auch wol den gantzen Grund im Semähldezerrissen/undStückweißzerfä llef/oder Blattern aufgeworsfen/ 
welches nischt allein dem Bauherrn schadet / sondern auch die Mahler und die Gemächer beschätnef und 
ändet, 
EAN FEH ; MT-TNSDEEI SUE MNSD SE Fs SIN > SSEN 
GAIS TERER 3 WREIGZEE“ 5927 DSBEEDINEREN DEO? 
Sas VI. Wapitel 
Won den Metallen. 
; Je Metall sozu den Gebäuen gebraucht werden/seynd Eisen-Bley und Kupf- 
fer. Das Eisen dienet zu den Nägeln/ Thür-Angeln / Schlossen und Mahl 
schlossen / Beschlägen / Geremsen/ und dergleichen Arbeit darauszu machen. 
. Es wird nirgends fein gefunden/ noch gegraben/ sondern wann es gegraben 
ivorden/ alsdann wird es durch das Feuer gereiniget/ dann es dergestalt schmeltet/dag 
man
	        

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