Volltext: Das Königliche Katharinenstift zu Stuttgart

petitions- und Vorbereitungsklasse mit 9 Wochenstunden für solche 
Schülerinnen eingerichtet wurde, welche die Aufnahmeprütung in 
das höhere Lehrerinnenseminar machen wollen. 
Auch die Räumlichkeiten der Anstalt gewannen unter der 
neuen Leitung ausserordentlich, und wer längere Zeit das Katha- 
yinenstift. nicht. mehr betreten hat, kann sich nur freuen über die 
Veränderungen, die in den letzten vier Jahren darin vorgenommen 
wurden. Im alten Haus wurden verschiedene Mängel gründlich 
beseitigt; ein niedriger Querbau im Hof, in welchem zwei Lehr- 
zimmer sich befanden, wurde abgehrochen und dadurch ein so 
grosser, heller Hofraum gewonnen, wie ihn wohl selten eine 
mitten in der Stadt gelegene Lehranstalt aufzuweisen hat; er 
steht jetzt dem grossen, schönen Garten, der sich an (die Anstalt 
anschliesst, würdig zur Seite, Als reicher Ersatz für die abge- 
brochenen Lehrzimmer wurde dem Katharinenstift von dem Königl, 
Finanzministerium ein Haus abgetreten, dessen Front in den Hof 
geht und das seither Beamtenwohnungen enthalten hatte, wo- 
durch sechs Klassenzimmer und ein Bibliothekzimmer gewonnen 
wurden. Dadurch ist jetzt nicht nur das ganze Anwesen, in dem 
das Katharinenstift mit der Pension und dem höheren Lehrerinnen- 
seminar untergebracht ist, vollständig abgerundet und ahbge- 
schlossen. sondern cs wurden auch verschiedene Erweiterungen 
im alten Haus möglich gemacht, namentlich die Einrichtung eines 
geräumigen Rektoratszimmers mit einem passend ausgestatteten 
Vorzimmer und besonderem Registraturzimmer, wodurch einem 
Jängst gefühlten dringenden Bedürfnis abgeholfen wurde, ferner 
von zwei Zimmern für die Lehrerinnen und Trennung des physi- 
kalischen und naturwissenschaftlichen Kabinetts, 
Von Anfang an waren nach dem Willen der Königin Katha- 
rina Pension und Lehranstalt unzertrennlich mit einander ver- 
bunden, und bei der ernsten Auffassung der Aufgabe der Pension 
wurde der Wahl der Vorsteherin derselben die grösste Wichtig- 
keit beigelegt. Als Fräulein von Baer, wie wir oben gesehen 
haben, nach 24 jährigem Wirken im Jahr 1842 um die Enthehung 
von ihrer Stelle bat, wurde diese der verwitweten Frau Generalin 
von Varnbüler, einer geb. Gräfin von Berlichingen, übertragen. 
Nach dem Verlust ihrer eigenen Kinder waltete sie 12 Jahre 
lang als treue Mutter unter der ihr anvertrauten Kinderschar, 
in inniger Freundschaft verbunden mit der Mitprotektorin der An- 
stalt, der Prinzessin Marie v, Württemberg, von der sie wie eine 
Mutter geliebt und verehrt wurde,
	        

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