Full text: Das Königliche Katharinenstift zu Stuttgart

Zu welch stattlichem Baum das vor 80 Jahren von einer 
adlen Gärtnerin im Aufblick zu Gott gepflanzte Reis heran- 
zewachsen ist, zeigt die neueste Statistik des Unterrichts- und 
Erziehungswesens in Württemberg, wo es heisst: Am 1. Januar 
1898 bestanden ausser dem Königl. Katharinenstift und dem 
Königl. Olgastift öffentliche höhere Mädchenschulen 10. Privat- 
anstalten 2. Die Gesamtzahl der Lehrer und Lehrerinnen he- 
trug 108, die der Schülerinnen 3863, 
Auf den Wunsch der Königin Olga wurden die beiden König- 
lichen Anstalten bei der gesetzlichen Normierung der Verhält- 
nisse der höhereu Mädchenschulen der im Jahr 1877 einge- 
setzten staatlichen Kommission nicht unterstellt. um ihnen die 
freie Bewegung zu wahren; dadurch aber, dass der Königliche 
Kommissär bei dem Katharinenstift, Prälat v. Müller, Vorstand 
der Kommission, und der Rektor des Katharinenstifts ein Mit- 
glied derselben war, wurde zwischen der Kommission und den 
Königlichen Anstalten Fühlung erhalten, und das Katharinenstift 
nimmt. unter den höheren Mädchenschulen des Landes nicht nur 
als die älteste, sondern auch als die am zahlreichsten besuchte 
und mit dem höheren Lehrerinnenseminar gekrönte unstreitig die 
erste Stelle ein. 
Das stätige Wachstum der Anstalt zeigen folgende Zahlen: 
von 1818—1843 betrug die Schülerinnenzahl 1166 
von 1843—1868 sind dazu gekommen al 
von 1868—1893 » 4130 
von 1893 bis Ende 1898 sind dazu gekommen .„ = «900 
Die Gesamtzahl der Töchter, die seit dem Beginn der 
Anstalt eingetreten sind. beträgt also... . . 58776 
Schülerinnen sind cs am Schluss des Jahres 1898, mit Ein- 
schluss von 23 Pensionärinnen, 726, die sich auf 10 Jahres- 
klassen verteilen, von denen die Klassen VIIT und IX in 3, die 
übrigen je in 2 Parallelklassen geteilt sind. Neben dem Rektor 
und der Frau Vorstcherin der Pension sind noch 16 männliche 
und 26 weibliche Lehrkräfte thätig. 
Die vier unteren Jahrgänge (Klasse I—IV) haben für jede 
Klasse eine Klassenlehrerin. Vom 5. Schuljahr an wird der 
Unterricht zumeist durch männliche Lehrkräfte erteilt; doch ist 
auch hier für jede Klasse eine Gouvernante bestellt, welche mit 
Aufrechthaltung der Ordnung in erster Linie betraut ist. Die 
drei mittleren Klassen (YV—VII) haben je einen besonderen 
Klassenlehrer, wogegen in den zwei Oberklassen (VIIT und IX)
	        

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