Volltext : Ergebnisse der pflanzengeographischen Durchforschung von Württemberg, Baden und Hohenzollern. [Heft] I. [Enthält die Seiten 4 bis 78] (1, 1905 [JhVVNW 61, 1905])

I

Außerdem wurde später auf besonderen Wunsch noch ein
weiteres Formular in etwas anderer Anordnung zur Benützung durch
die einzelnen Mitarbeiter hinausgegeben.
Die Einsendungen sind von den meisten unserer Vertrauensmänner‘
 schon im Laufe der ersten zwei Beobachtungsjahre erfolgt
und später durch Nachträge ergänzt worden. Für einzelne Bezirke
gelang es aber erst später, Vertreter zu finden; außerdem hatten
uns mehrere Herren die unmittelbare Einsendung von Beiträgen in
Aussicht gestellt, so daß wir bis in die letzten Monate hinein noch
immer Zusätze zu erwarten hatten und auch für später noch zu erwarten
 haben. Der Zeitpunkt für die erste Veröffentlichung konnte
daher keinenfalls früher gewählt werden.
Daß der Erfolg kein ganz gleichmäßiger sein werde, war von
vornherein zu erwarten. Im allgemeinen sind gerade diejenigen
Landesteile, die schon bisher botanisch am besten bekannt waren,
auch jetzt wieder am gründlichsten durchsucht worden, während
daneben große Gebiete nach wie vor vernachlässigt blieben. Die
Erklärung für solche stiefmütterliche Behandlung liegt nicht etwa in
der schwierigen Zugänglichkeit der betreffenden Gebiete, denn es
gehören zum Teil die bevölkertsten Striche des Landes dazu, vielmehr
 in deren geringer Ergiebigkeit. Der psychologische Zusammenhang
 ist leicht zu verstehen. Der Sammeleifer wendet sich immer
den Gebieten zu, wo viel zu holen ist, und pflegt umgekehrt bei rein
negativen Ergebnissen, so wichtig diese für den Pflanzengeographen
sind, rasch zu erlahmen; und im allgemeinen haben wir es natürlich
doch mehr mit Sammlern als mit Pflanzengeographen zu tun. Dieser
selbstverständliche und nicht zu ändernde Umstand erwies sich auch
sonst als störend, und es zeigte sich, wie schwer es für den an die
foristische Betrachtungsweise Gewöhnten ist, auch einmal unter
anderem Gesichtspunkte seine Beobachtungen anzustellen. So wurde
für die Verbreitungsangaben öfters wieder eine unbestimmte Form
gewählt und z. B. mitgeteilt, daß eine bestimmte Art innerhalb des
betreffenden Verwaltungsbezirks häufig oder ziemlich häufig sei,
eine Angabe, die sich auf unseren Karten schlechterdings nicht ausdrücken
 und daher überhaupt nicht verwerten läßt. In der Mehrzahl
 der Fälle haben wir aber durchaus wertvolle, zum Teil vorzügliche,
 alle Erwartung übertreffende Arbeiten erhalten, und wir
können es uns nicht versagen, schon jetzt für die Fülle von ebenso
hingebender wie verständnisvoller Tätigkeit, die der Sache gewidmet
worden ist, unsern wärmsten Dank auszusprechen.
            
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