Einleitung.
Von R. Gradmann.
Ziele des Unternehmens. Die Arbeiten, deren Ergebnis wir
hier vorzulegen beginnen, bedeuten die Ausführung eines Plans!,
der im Jahre 1899 dem Ausschuß des Vereins für vaterländische
Naturkunde in Württemberg vorgelegt, von diesem gutgeheißen und
später auch von dem Badischen Botanischen Verein und der Bayrischen
Botanischen Gesellschaft mit geringen Änderungen aufgenommen
wurde. Es wird sich empfehlen, hier die Grundzüge des Unternehmens
zunächst noch einmal zusammenzufassen.
Von dem Wunsche ausgehend, die botanische Vereinstätigkeit, die
sich fast überall auf rein floristische Ziele beschränkt, möglichst unmittelbar
auch für die Pflanzengeographie nutzbar zu machen, haben
wir uns die Aufgabe gestellt, durch organisiertes Zusammenwirken
einer größeren Zahl von Mitarbeitern die Verbreitungsverhältnisse
gewisser Pflanzenarten genauer zu bestimmen,
um dadurch die Pflanzengeographie, in erster
Linie die botanische Kartographie zu fördern. Für dieses
ziemlich eng umgrenzte Unternehmen haben wir den Titel einer
pflanzengeographischen Landesdurchforschung gewählt,
lediglich der Kürze wegen und ohne uns im geringsten der Täuschung
hinzugeben, als ob damit der Gesamtumfang pflanzengeographischer
Forschung für unsere Vereinsgebiete erschöpft wäre. Sehr viele
wichtige Aufgaben, wie etwa die Aufnahme der natürlichen Pflanzenbestände,
die Feststellung von Höhengrenzen, die Bearbeitung
schwieriger, bisher vernachlässigter Formenkreise, die Torfforschung,
ferner Untersuchungen phänologischer und klimatologischer Art lassen
wir nur deshalb beiseite, weil wir uns hier auf solche Ziele be-Gradmann,
Vorschläge zu einer planmäßigen pflanzengeographischen
Durchforschung Württembergs. Jahresh, des Ver. f, vaterl. Naturk. in Württ.
55. 1899. S. XXIX—XLYII.