Volltext : Ergebnisse der pflanzengeographischen Durchforschung von Württemberg, Baden und Hohenzollern. [Heft] I. [Enthält die Seiten 4 bis 78] (1, 1905 [JhVVNW 61, 1905])

und zum Kaukasus endemisch; über deren Ursprung kann nicht. wohl
ein Zweifel bestehen. Drei weitere (Silene rupestris, Campanula
barbata, Nigritella angustifolia) kommen zwar auch im Norden vor,
aber nur in Skandinavien, und sind dort zweifellos von den Alpen
her eingewandert. Der Rest ist arktisch-alpin, sowohl im Alpengebiet
wie in der Arktis verbreitet; das Ursprungsgebiet läßt sich in diesen
Fällen, auch bei der Voraussetzung allgemein monotoper Entstehung
der Arten, nicht immer sicher bestimmen.
Aber auch wenn unter Berücksichtigung der Verwandtschaftsverhältnisse
 die Heimat mehr oder weniger sicher angegeben werden
kann, so ist damit über die Richtung, in der die Pflanzen bei uns
eingewandert sind, noch nichts entschieden. Eine arktische Pflanze
kann ebensowohl unmittelbar von Norden her wie auf dem Umweg
über das Alpengebiet auf den Schwarzwald oder auf die Alb gelangt
sein, während umgekehrt die Einwanderung einer Art, die im Alpengebiet
 ihren Ursprung genommen hat, auf dem Umweg über den
Norden immerhin äußerst unwahrscheinlich ist. Die tatsächlichen
Verbreitungsverhältnisse sprechen bei sämtlichen Arten durchaus nur
für die Wanderungsrichtung von Süd, Südost oder Südwest‘. Von
einer Etappenlinie, die auf eine unmittelbare Einwanderung arktisch-alpiner
 Pflanzen von Norden her deuten könnte, findet sich
keine Spur. Dagegen kommen sämtliche 46 alpinen Arten unserer
Flora in den nördlichen Schweizer Alpen, den Bayrischen und Vorarlberger
 Alpen vor, weitaus die Mehrzahl auch im Schweizer Jura.
Namentlich die Alpenpflanzen der Schwäbischen Alb sind sämtlich
auch im Schweizer Jura vertreten; da sie ebenso ausnahmslos in
den. Bayrischen Alpen vorkommen, so läßt es sich nicht von vornherein
 entscheiden, ob sie von dort her über das Alpenvorland weg
oder aber vom Jura eingewandert sind. Das letztere ist angesichts
der nur sehr schwachen Beziehungen zur alpinen Flora des Alpenvorlandes
 (S. 72) entschieden wahrscheinlicher; auch das allmähliche
 Erlöschen in nordöstlicher Richtung spricht dafür. Von den
25 alpinen Arten des Schwarzwaldes kommen ebenfalls nicht weniger
als 19 im Jura vor, was angesichts des sonstigen fundamentalen
Florengegensatzes sehr bemerkenswert ist; nur Allosorus crispus,
Gnaphalium Norvegicum, Leontodon Pyrenaicus, Luzula spadicea,
Meum mutellina, Saxifraga stellaris fehlen dem Jura und müssen
wohl auf anderem Wege eingewandert sein. ;
1 Anders verhält es sich bei der subalpinen Gruppe, von der hier noch
nicht die Rede ist.
            
Waiting...

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzerin, sehr geehrter Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.