Full text : Mitteilungen der Geologischen Abteilung des Königlichen Württembergischen Statistischen Landesamts - Nr. 1, Nr. 2, Nr. 3 (1-2-3, 1907 [JVVNW 63, 1907])

wie wurmstichig erscheinen. Kine solche Lage ist im Altensteiger
Profil bei etwa 53 m über der Unterkante deutlich zu beobachten.
In dem Profile Ecg’s ist der über diesem hangendsten Geröllniveau
 folgende erste Abschnitt des oberen Buntsandsteins auffallend
gekennzeichnet durch 2 m „violetten oder blauen, fein- oder mittelkörnigen,
 glimmerigen Sandstein, zum Teil mit kaolinisierten Feldspatfragmenten,
 stets reich an Knollen von braunem Dolomit (worin
hie und da Schwerspat- und Kalkspatdrusen) und sehr oft auch an
Ausscheidungen von Karneol bezw. Chalcedon“. In einem ausgezeichneten
 Aufschluß in dem Steinbruch an der Eisenbahnbrücke zwischen
Nagold und Emmingen liegt diese Schicht fast 3 m über der letzten,
einzelne Gerölle führenden Bank vom Charakter des mittleren Buntsandsteins,
 bei Ebhausen (etwas talaufwärts gelegener Steinbruch),
wie oben (S. 2) schon erwähnt, in einem ähnlichen Verbande. Auch
in unserem Profil ist die blaue Zone zu erkennen, wenn auch nur
in einem kleinen Aufschluß, 4 m über der besprochenen hangendsten
Geröllzone, wo im übrigen auch im vergangenen Sommer von den
Schichten nicht mehr viel entblößt war. Der schöne Aufschluß auf
der Elme, 4 km nordwestlich von Baiersbronn zeigt, wie bekannt, in
demselben Dolomithorizont Karneolausscheidungen in hervorragend
schöner Entwicklung.
Man findet nun mehrfach diese violettblauen Dolomit- und
Karneolschichten an der Basis des oberen Buntsandsteins schlechtweg
 den „Zwischenschichten“ Benzcxe’s gleichgestellt. Ich glaube,
daß diese Parallele nur zum Teil zutrifft. Es ist mir wahrscheinlicher,
 daß diese tieferen Horizonte unseres oberen Buntsandsteins nur
der oberen Hälfte der Zwischenschichten entsprechen. Ihre untere
Abteilung möchte ich lieber mit dem oberen, etwa 20 m mächtigen
Anteil unseres Hauptkonglomerates vergleichen, dessen Gesteinscharakter,
 wie wir sahen, mehrfach Anklänge an den oberen Buntsandstein
 zeigt. Dieser tiefere Abschnitt der Zwischenschichten führt
ja auch im Reichsland (z. B. bei Pfalzburg!) konglomeratische Einlagen.
 In unserem Gebiet, in dem die Ausscheidung eines ganzen
Schichtabschnittes zwischen oberem und mittlerem Buntsandstein als
Zwischenschichten nicht durchführbar ist”, und nur eine Abgrenzung
von Hauptkonglomerat gegen oberen Buntsandstein nach dem endgültigen
 Verschwinden deutlicher Gerölllagen vorgenommen werden

1 SCHUMACHER 1902. Erläut. zu Blatt Pfalzburg S. 70—76,
2 s. auch Ecrg. Lahr. S. 89.
            
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