Volltext : Mitteilungen der Geologischen Abteilung des Königlichen Württembergischen Statistischen Landesamts [Nr. 9] (9, 1912 [JVVNW 68, 1912])

Mitteilungen der Geologischen Abteilung des K. Statistischen Landesamtes.
No. 9. 1912.

Die Molluskenfauna
der diluvialen und postdiluvialen Kalktuffe des
Diessener Tales, eine biologisch-geologische Studie.
Von D, Geyer, Stuttgart.

Mit einer Einleitung über die geologischen Verhältnisse des Diessener Tales und
die Beziehungen zwischen den dortigen Kalktuffen zu den diluvialen Schotterterrassen
 des Neckartales. (S, 1—9.)
Von Axel Schmidt, Stuttgart.
Mit 2 Tafeln.

Einleitung.

Kalktuffablagerungen kommen am Ostrande des Schwarzwaldes
und im angrenzenden Vorlande an vielen Stellen vor, besonders im
Gebiet der Nagold und des oberen Neckars, sowie dem ihrer
Zuflüsse und Tributärbäche. Sie sind indessen nicht auf das eigentliche
 Muschelkalkgebiet allein beschränkt, wenn sie in ihm
naturgemäß auch besonders zahlreich vertreten sind, sondern finden
sich sogar noch in der typischen Buntsandsteinlandschaft, so im
Nagoldtale bei der Ruine Waldeck (Blatt Stammheim).
Ihrem Alter nach hat man sie bisher ausnahmslos für al-Juvial
 gehalten, da der Augenschein lehrt, daß ihre Bildung meist
heute noch andauert. Selbst dort, wo sie heute abgeschlossen erscheint,
 haben historische Funde! ihr jugendliches Alter bewiesen.
 Auch im Diessener Tale (Blatt Dornstetten-Dettingen),
wo ebenso wie in dem benachbarten Glatt-Tale die als Quellhorizonte
bekannten, wasserundurchlässigen Terebratelschiefer des Wellengebirges
und die Röthletten die kalkbeladenen Sickerwässer zum Austritt zwingen
und zur Abscheidung ihres Kalkgehaltes veranlassen, sind viele Tuffe
alluvial. Dieses gilt sowohl von den zahlreichen kleinen, polster-OR
 am Gehänge vorquellenden Kalktuffausscheidungen, als
41 Siehe Erläuterungen zu Bl. Stammheim, S, 35 unten,
            
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