Volltext : Veröffentlichungen der Württ. Landesstelle für Naturschutz. [Heft] 15 (15, 1939 [JVVNW 94, 1938])

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Die natürlichen Waldgesellschaften im Laubwaldgebiet
des Württembergischen Unterlandes,
Ein vorläufiger Beitrag zur Klärung der grundsätzlichen Fragen,*
Mit 1 Abbildung,
Von Gerhard Schlenker, Stuttgart,

Die natürlichen Waldgesellschaften im Laubwaldgebiet des württembergischen
 Unterlandes sind von Faser (1933, 1936, 1937) beschrieben
worden. Seine Gliederungen und Abgrenzungen erwiesen sich auch bei
meinen pflanzensoziologischen Arbeiten in der Umgebung Bietigheims
als zuverlässig und praktisch; ich hatte keinen Anlaß, nennenswerte
Änderungen vorzunehmen,
Wenn ich trotzdem die Frage nach den natürlichen Waldgesellschaften
 des Gebiets einer erneuten Betrachtung unterziehe, so hat dies
folgenden Grund: Faser hat seinerzeit die Ergebnisse seiner Geländebeobachtungen
 in ein theoretisches Schema eingebaut, das nicht länger
beibehalten werden kann. Ich will versuchen, die empirischen Befunde
einem den tatsächlichen Verhältnissen Rechnung tragenden Rahmen
einzufügen.
I. Die natürlichen Waldgesellschaiten in ihrer Abhängigkeit
vom Standort,
Wir gehen von zwei Teilgebieten des württembergischen Unterlandes
aus: von dem Neckar- und Ammertalgebiet bei Tübingen? und dem Enzund
 Mettertalgebiet bei Bietigheim*; ferner stützt sich unsere Darstellung
auf die Beobachtungen FAsers im Gebiet des mittleren Jagsttals (1933
und 1936), im Schönbuch (1933) und in anderen Teilgebieten, Es soll
die Frage aufgeworfen werden, wie sich die Pflanzendecke in ‘diesen
Gegenden gestalten würde, wenn der seit Jahrhunderten wirkende
menschliche Einfluß zu Ende ginge.
In das als Äcker, Wiesen, Weinberge usw. bewirtschaftete Gelände würden
von allen Seiten die Wälder eindringen, die bald das ganze Gebiet in nahezu
Jückenlosem Zusammenhang bedecken würden. Den Wiesenpflanzen verblieben
statt der heutigen ausgedehnten Flächen nur dürftige, da und dort entstehende

ı Zugleich eine Stellungnahme zu dem in diesem Heft erschienenen Aufsatz
von W. LiBBERT, Lippehne (Neumark),
? FABER, unter Mitarbeit von HEUGEL, Pflanzensoziologisches Kartenblatt
des mittleren Neckar- und des Ammertalgebiets mit Erläuterungen, 1937/38,
3 SCHLENKER, Pflanzensoziologisches Kartenblatt Bietigheim, unveröffentlicht.
            
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