meist recht stattliche Eibenbüsche, aber nicht etwa im Wald, sondern
auf einer Schafweide, (Abb. 16 und 17.) Einzelne stehen allein, andere
sind mit Sträuchern, wie Wildrosen, Hainbuchen, Liguster, Hasel,
wolligem Schneeball, Weißdorn, Wacholder eng verwachsen, Landschaftlich
wirken sie auf der Schafweide wie Wacholder, und ich kann mir
sehr wohl vorstellen, daß hier schon viele vorbeigegangen sind, die die
Eiben für Wacholder angesehen haben. Die Eiben sind je etwa zur
Hälfte männlich und weiblich; letztere waren im Herbst 1938 über und
über mit Früchten behangen. Wie diese Eiben hierher gekommen sind,
ob die Schafweide früher vielleicht Wald war, ist bis jetzt nicht bekannt.
Es ist aber nicht anzunehmen, daß die Eiben künstlich hierhergekommen
sind, denn durch das Magentäle besteht Verbindung mit dem
übrigen Eybacher Eibenvorkommen,
Die letzten Vorposten in nordöstlicher Richtung sind 6 Eiben (bis
5 m hoch) auf der Nordseite des Rosensteins bei Heubach; sie
stehen in einem 90jährigen Buchenbestand, zum Teil auf Felsen (hier
auch noch eine dürrgewordene). Die 3 schönen Eiben bei der alten
Pflanzenschule auf dem Rosenstein sind sicher gepflanzt,
Die Gesamtzahl der auf der Schwäbischen Alb heute noch vorhandenen
Eiben beträgt somit rund 1060. Diese Zahl dürfte eher noch
zu nieder gegriffen sein; denn in den Steilhängen der Südwestalb dürften
da und dort noch Eiben stecken, die bisher nicht gefunden wurden.
In Württembergisch Oberschwaben kommt die Eibe nur noch in
2 eng begrenzten Gebieten vor, nämlich bei Zußdorf im Westen und auf
der Adelegg im Südosten.
Das Vorkommen bei Zu ß dorf (Kreis Ravensburg) ist zahlenmäßig
weitaus stärker und dürfte mit 400 Eiben nicht zu nieder gerechnet sein.
(Von diesen steht allerdings etwa ein Drittel unmittelbar jenseits der
württembergisch-badischen Landesgrenze in dem Fürstlich Fürstenbergschen
Distrikt Schönbuch.) Nirgends in Württemberg und Hohenzollern
finden wir auf einem verhältnismäßig kleinen Gebiet noch so viele Eiben
wie eben hier bei Zußdorf, Sie stehen in einer Meereshöhe von 640 bis
730 m an den Hängen des Bruckenbachs und des Tobels südlich Latten,
die in den leicht verwitternden Molassesandstein tief eingeschnitten
sind. Das zum Teil sehr steile Gelände neigt vielfach zu Rutschungen
und ist deshalb durch Wege schlecht erschlossen. Infolgedessen ist auch
der Waldzustand, besonders beim bäuerlichen Kleinbesitz, nicht gerade
der beste; gerade darauf dürfte aber die gute Erhaltung der Eibe mit
zurückzuführen sein. Der Standort wechselt vom trockenen Buchenbzw.
Buchen-Tannenwald bis zum sehr feuchten Schluchtwald. Die
Größe der Eiben ist auch hier recht verschieden, die Baumform wiegt
vor, Bemerkenswert sind einige stattliche Stücke westlich des Bruckenbachs,
die zurzeit in einer jungen Fichtenkultur stehen und die Höhen
bis zu 10 m, Stärken bis zu 25 und 30 cm erreichen, sowie der „Eibentobel“
(kein alter Waldname!) im Hofkammerwald, wo etwa 35 Eiben
meist mittlerer Größe als Unterholz in einem schönen Bu-Fi-Altholz
stehö&n. Am eindrucksvollsten ist aber zweifellos das Eibenvorkommen