Volltext : Veröffentlichungen der Württ. Landesstelle für Naturschutz. [Heft] 16 (16, 1940 [JVVNW 95, 1939])

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Dritter Jahresbericht der Staatlichen Vogelschutzwarte
Stuttgart Hohenheim 1939.
(Für die Zeit vom l, Januar 1939 bis 31, Dezember 1939,)
Geschaftsstelle sim Rahmen der Württ. Landesstelle für Naturschutz):
Stuttgart-N, Neues Schloß, — Fernruf durch Schloßzentrale.

Der diesjäührige Bericht beschränkt sich auf eine allgemeine UÜbersicht
 über die Arbeit des abgelaufenen Jahres.
Im Februar 1939 fand in Hohenheim ein Kurs der Kreisbaumwarte
statt, der noch von dem früheren Geschäftsführer Dr. Henzs abgehalten
vurde. Im Laufe des Frühjahres fanden verschiedene Lichtbildervorträge
 des Geschäftsführers bei Obstbauversammlungen statt. Die im
Herbst geplanten Kurse mußten infolge Einberufung ausfallen.
Das Brutjahr 1939 war durch den wochenlangen Dauerregen ge-—

zum Opfer. Die Zahl der Brutpaare selbst war als Nachwirkung des
ungünstigen Brutwetters 1938 bereits etwas zurückgegangen. Die Jungmeisen
 der 1. Brut sind, soweit die Brut nicht verspätet stattfand, wohl
ausnahmslos nach dem Ausfliegen im Regen eingegangen, Gerade bei
den Meisen ist die Witterung in den Tagen nach dem Ausfliegen entscheidend,
 da sie nicht, wie viele andere Arten, an einem Ort weitergefüttert
 werden, sondern mit den Alten durch das Revier wandern und
bei Regen rasch flusgunfähiß werden, Immerhin sind die Zweitbruten der
Meisen größtenteils gut ausgekommen und haben so den Ausfall zu
einem Teil wieder verbessert. Die Zugvögel unter den Höhlenbrütern,
also Gartenrotschwanz, Halsbandfliegenschnäpper und Wendehals,
varen in unverminderter Zahl vorhanden. Bei dem Halsbandfliegenschnäpper
 war gar noch eine Zunahme festzustellen, Uber die Lebensweise,
 Verbreitung und die wirtschaftliche Bedeutung dieses Vogels, der
aur in bestimmten Teilen Württembergs in so grober Zahl vorkommt
und nur hier Obstbaumgüter bewohnt, wurden umfangreiche Untersuchungen
 angestellt, die nur infolge des Krieges noch nicht zusammengestellt
 und veröffentlicht werden Konnten. Um die Ausbreitung oder
Rückkehr zum Brutort verfolgen zu können, wurden unter anderem rund
120 Jungvögel dieser Art mit Ringen der Vogelwarte Rossitten versehen,
Dabßß die Spritzungen den Vögeln schaden, konnte wiederum in keinem
Falle nachgewiesen werden. Andererseits konnte festgestellt werden,
daß die weniger gründlich bzw, häufig gespritzten Obstgüter den Vögeln
mehr Nahrung bieten als solche, die intensiv gepflegt und gespritzt
werden. Dementsprechend ist die Wohndichte und Häufigkeit der Vögel
in den verschiedenen Gebieten je nachdem, ob stark gespritzt wird oder
            
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