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Nachrichten.
Forstmeister Feucht 70 Jahre alt.
Der Naturschutz stellt an seine Vertreter zwei unabweisbare Forderungen :
mit gründlichen Fachkenntnissen muß die Bereitschaft und die Fähigkeit zu
tatkräftigem Eintreten verbunden sein. Manchen tüchtigen Fachleuten liegt
letzteres nicht, und. manchen Kampfgeistern fehlen. die gediegenen Kenntnisse...
Wenige vereinen beides musterhaft. In Forstmeister Feucht besitzt
der Naturschutz einen namhaften Vertreter, der beiden Bedingungen
vorbildlich gerecht wird. So hat er in einem arbeitsreichen Leben seiner
schwäbischen Heimat — und noch weit darüber hinaus — wertvollste
Dienste geleistet.
Überblicken wir in Kürze das Äußere im Lebenslauf des am 19. Februar
1949. Siebzigjährigen. Er nahm nicht sogleich den für einen Forstmann üblichen
Gang, denn dem Studium der Forstwissenschaften in. Tübingen (1898
bis 1902) und der Referendarzeit (1902—1904) folgte eine Volontärtätigkeit
an. der Botanischen Abteilung des Naturalienkabinetts in seiner Heimatstadt
Stuttgart, und auch der Außendienst des Assessors (1906/07 Forstamt Obertal,
1912/13 Forstamt Hirsau) war durch besondere Aufträge der Württ. Forstdirektion
unterbrochen. Als Forstamtmann-im Forstamt Roßfeld in Crailsheim
(1913-—1919) war Feucht die meiste: Zeit durch Kriegsdienst in Feld
und Heimat abgehalten. 1919:—1926 stand: er dem Forstamt Teinach und
dann dem Forstamt Solitude in Stuttgart vor; die Notzeit erlaubte erst Ende
1948 den Übertritt in den wohlverdienten Ruhestand — den der Unermüdliche
nach Jahren der Überlastung mit forstamtlichen Aufgaben nun als Gelegenheit
zur Wiederaufnahme eigener Arbeiten für Wissenschaft und Naturschutz
auffaßt.
Ein anregender Auftakt für die‘ Lebensarbeit waren zwei Studienreisen,
die Otto Feucht bald nach seiner Ausbildung nordwärts bis Telemarken
und südwärts nach Mallorka, in den Atlas und nach Italien führten. Schon
der erste Einsatz im Forstdienst von Obertal aus ließ die Richtung der späteren
Arbeiten erkennen: Ein Vortrag im Verein für vaterländische Naturkunde:1907.
„Zur Vegetationsgeschichte-des nördlichen Schwarzwaldes, insbesondere
des Kniebisgebiets‘“ verriet besonderes Einfühlungsvermögen für
ökologische Fragen. Wenn auch zahlreiche Veröffentlichungen die Einzelpflanze‘
zum Gegenstand haben, so gipfeln die Betrachtungen immer wieder
im „Waldwesen‘“ (womit Feucht.einen Ausdruck A. Möllers volkstümlich
machte), im „Wald als Lebensgemeinschaft‘““, wie ein besonders hervorragendes
Buch (1936, Deutscher Naturkundeverein) treffend betitelt ist.
Diese Studien blieben nicht im rein Wissenschaftlichen stecken ; immer wieder
wurde der Blick auf den Menschen gelenkt („Der Wald und wir‘, Verlag
Silberburg, Stuttgart 1924), vor allem aber die Nutzanwendung für die forst-