Volltext : Veröffentlichungen der Württembergischen Landesstelle für Naturschutz und Landschaftspflege. [Heft] 18 (18, 1949 [JVVNW 97-101, 1941-45])

Zur Naturschutz-Arbeit in Nord-Württemberg 1947/1948.

Da dieser Schriftsatz erst nach Umbruch. des Heftes in Druck geht, können nur
ganz wenige Hinweise gegeben werden.
i. Die unglückselige Zonengrenze, die Württemberg durchschneidet, hat auch
für den Naturschutz große Bedeutung. In Süd-Württemberg liegen besonders wertvolle
 Schutzgebiete, darunter alle Hochmoor-Naturschutzgebiete unseres Landes,
Der südwürttembergische Landesbeauftragte für Naturschutz, Herr Professor Dr.
WALTER ZIMMERMANN (Tübingen), wird im nächsten Heft der Veröffentlichungen
über die Entwicklung im dortigen Gebiet berichten.
2, Die Landesstelle hat am 1. Sept. 1947 als hauptamtlichen. Mitarbeiter Herrn
Konservator Dr. FRANZ PFÜTZENREITER, bisher Landesbeauftragter für Naturschutz
in Oberschlesien und Museumsdirektor in Beuthen, gewinnen können. Glücklicherweise
 ist uns Herr Prof. ScCHWENKEL als Mitglied der Landesstelle und damit
zur weiteren Arbeit an seinem Lebenswerk erhalten geblieben.
3. Die Vogelschutzwarte, früher in Stuttgart-Hohenheim, jetzt im Favoritepark
in Ludwigsburg, sieht sich bei den verschärften Anforderungen der Wirtschaft auf
dem Gebiet des Vogelschutzes besonders wichtigen Aufgaben gegenüber. Den Bericht
 müssen wir uns für später vorbehalten.
4. Die Wiedereinrichtung der Kreisstellen für Naturschutz war wegen des vorübergehenden.
 oder dauernden. Ausfalls vieler alter Kreisbeauftragter und Sachverständiger
 schwierig, ist jetzt aber durchgeführt. Es hat sich als unbedingt notwendig
erwiesen, die Arbeit der Kreisstellen in den Landgemeinden in höherem Maße als
bisher durch Zuziehung von Vertrauensleuten für Naturschutz zu ergänzen. Diese
Überwachung der Naturdenkmale und der Landschaft ist durch den Erlaß K Nr. 649
vom 26. März 1947 der höheren Naturschutzbehörde und durch das Merkblatt Nr. 1
der Landesstelle ausgebaut worden.
5, Die notwendige persönliche Fühlungnahme und Aussprache unter den Kreisbeauftragten.
 und mit der Landesstelle ist in einer Arbeitstagung auf der Comburg
bei Schwäb. Hall vom 1.—3. Mai 1948 wieder aufgenommen worden. Ein Rückblick
ist im Rundschreiben Nr. 3/1948 der Landesstelle gegeben. Am 12. Dez. 1947 fand
anter dem Vorsitz von Kultminister BÄUERLE eine Sitzung aller Mitglieder der
Landesstelle statt.
6. Die ebenfalls so dringende Fühlungnahme zwischen den höheren Naturschutz -
beauftragten der Länder war (nach einem vorbereitenden Treffen im Juli 1947 in
Ludwigsburg) unter Direktor Dr. KLOSE am 21. /23. Okt. 1947 in Schloß Burg an der
Wupper und am 24./26. Okt. 1948 in Bad Schwalbach möglich geworden, Näheres
bringen besondere Berichte, die bei der Reichsstelle für Naturschutz, (24a) Egestorf
über Winsen/Luhe, zu beziehen sind:
7. Die in Württemberg durch Prof. Dr. SCHWENKEL von jeher besonders entwikkelte
 Landschaftspflege (vgl. seine ‚Grundzüge der Landschaftspflege‘*, Neudamm
und Berlin 1938) hat unter dem Ansturm der allgemeinen Not mehr und mehr an Bedeutung
 gewonnen, Diesem Sachverhalt wird Rechnung getragen. durch eine Verordnung
 der Landesregierung Nr. 1026 (RegBl. Nr. 19 vom 26. Nov. 1948), der zufolge
 in Württemberg-Baden nunmehr die Landesstellen in Stuttgart und Karlsruhe
und alle Kreisstellen die Bezeichnung „für Naturschutz und Landschaftspflege“‘
führen. Eine engere Zusammenarbeit als bisher auch mit den freischaffenden Land:
schaftsgestaltern. wird. derzeit angebahnt.
Ich schließe mit‘ dem Dank an alle eifrigen Mitarbeiter in Stadt und Land. und
mit’einer Mahnung: wer in Naturschutz und Landschaftspflege wirkt, muß sich der
Zeichen unserer Zeit bewußt sein. Es gilt, wertvollstes Gut zu retten — um seiner
selbst willen, vor allem aber für unser Volk und für spätere Geschlechter. Geht auch
manches in Trümmer — es kann noch vieles gerettet werden. Wenn wir nicht versagen!

Dezember 1948.

ERNST SCHÜZ.
            
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