Full text : Veröffentlichungen der Staatlichen Stelle für Naturschutz beim Württ. Landesamt für Denkmalpflege. [Heft] 2 (2, 1925 [JVVNW 81, 1925])

Die Raubvögel Württembergs.
Eine Übersicht vom Standpunkt. des Naturschutzes.

Von A, Kopp.
(Mit 5 Abbildungen.)

In immer weiteren Kreisen beginnt sich das Verständnis dafür Bahn
zu brechen, daß es gilt nach Möglichkeit Alles zu schützen, was an Urwüchsigem
 noch in unserer so „zahm‘“ gewordenen heimatlichen Natur
vorhanden ist. Auch unsere Raubvögel scheinen nach und nach die glücklichen
 Nutznießer dieser Zeitströmung zu werden. Ein „Falkenorden“
bemüht sich die alte Beizjagd wieder in Deutschland einzubürgen. Der
Uhu hat in letzter Stunde noch tatkräftige Freunde gewonnen. Der Bund
für Vogelschutz hat in verdienstvoller Weise für den Schutz seltener Raubvögel
 Prämien ausgesetzt und gibt damit ein nachahmenswertes Beispiel
allen den Jägern und einseitigen Vogelschützlern, für die der Raubvogel
immer noch die Verkörperung des bösen Prinzips schlechthin ‚und seine
Ausrottung eine verdienstvolle Tat ist. Allenthalben regt sich das Interesse
für Kenntnis und Schutz dieser wehrhaften Erscheinungen, die in unsere,
alles nur nach wirtschaftlichen Gesichtspunkten auswertende Zeit noch
hereinragen wie eine Sage aus verschollenen Tagen, in denen sich die Natur
noch nicht so tief unter das Joch des Menschen gebeugt hatte. Eine kurze
Übersicht über die jetzt noch in Württemberg horstenden Raubvögel
dürfte deshalb nicht unwillkommen sein. Ohne Anspruch auf wissenschaftliche
 Bedeutung zu machen, wird sie doch vielleicht geeignet sein, das
Bild, das „die Vogelwelt Württembergs‘“ von Dr. FISCHER sowie das „„Vogelbuch“
 des Bundes für Vogelschutz über die Verbreitung der Raubvögel in
Württemberg bietet, in einigen Punkten auf den gegenwärtigen Stand zu
ergänzen. Als Quellen dienten mir außerdem u, a. die von Dr. FLOERICKE
herausgegebenen. Mitteilungen der „Süddeutschen Vogelwarte‘“, die Jagdzeitung:
 „Der deutsche Jäger‘“ und die Ergebnisse der von mir im Auftrag
besorgten Verteilung von Raubvogelschonprämien durch den Bund für
Vogelschutz, ferner eigene und zuverlässige fremde Beobachtungen; Dem
bekannten Ornithologen W. BACMEISTER in Heilbronn bin ich für seine
uneigennützige Unterstützung zu besonderem Dank verpflichtet.
Der häufigste württembergische Tagraubvogel und in manchen Gegenden
der einzig noch horstende ist zweifellos der Mäusebussard (Buteo
buteo L.). Jedem Spaziergänger ist er schon aufgefallen, wenn er mit katzenartigem
 Schrei von einem seiner Lieblingsplätze, einem Grenzstein, einem
Pfosten oder dergl. schwerfällig mit den Flügeln schlagend abstreicht oder
in schönen Kreisen über einer Waldlichtung schwebt. Trotzdem wird er
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.