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gäßlein Engestraße, das Lorcher Keltergäßlein Grabenstraße,
Wälsches Brücklein Sporerstraße rc. In der St. Leonhardsvorstadt
wurde der Holz- und Krautmarkt zum St. Leonhardsplatz,
die Gegend beim Schlachthaus zur Karlsstraße,
der kleine Graben zur Eberhardsstraße, das Ducksteinische
Gäßlein und die Hauptstätterthorgasse Thorstraße, die Schönfarbgasse
Färberstraße, Ochsenwirthsgäßlein Kreuzstraße, Lederthorgäßlein
Lederstraße, Brühlstraße (auch bei den neuen
Häusern) Weberstraße, Schellcnthurm- oder Thorgasse Canalstraße,
Cyriakusgäßlein Jakobstraße, Köllinsgasse Lazarethstraße,
Römisch Köuigwirthsgasse Holzstraße, Scharfrichtergäßlein
Richtstraße, Todtengasse St. Leonhardstraße. Als
ältester Straßenname erscheint schon im Jahre 1350 die
Judengasse, im Jahr 1811 in Judenstraße umgewandelt,
wurde unter eigentümlicher Mißachtung der geschichtlichen
Berechtigung dieser Name abgeschafft und der altehrwürdigen
Gasse im Jahr 1894 der Name Brenuerstraße verliehen.
Betrachten wir nun in der Reihenfolge der Jahre die
bauliche Entwicklung Stuttgarts unter König Friedrich von
1798-1816.
Aus dem Jahre 1798 ist von öffentlichen Bauten nichts
zu erwähnen. Von Privathäusern tragen die Jahreszahl 1798
als Inschrift: Brückenstraße Nr. 1 zugleich Hauptstätterstraße
Nr. 16'/s, Engestraße Nr. 9 Ecke der Kirchstraße,
und Schulstraße Nr. 9. In Berg erstand als Neubau das
Haus Kirchstraße Nr. 7.
Im Jahre 1799 wurde der Postplatz erweitert und
verbessert, indem die dortige Schellenwette aufgefüllt und der
ganze Platz gepflastert wurde. Die St. Leonhardskirche erfuhr
eine umfassende Renovierung, indem sie verblendet und
geweißnet und und das Dach umgedeckt wurde. Von Privat-Neubauten
ist, soweit bekannt, nur das Haus Canalstraße Nr. 8
in Berg zu verzeichnen.
Im Jahre 1800 erhielt die Lange Gasse in ihrem
unteren Teil zwischen der Königs- und Hirschstraße die Bezeichnung
Neue Brücke, von 1811 — 1832 wieder zur Langenstraße
gerechnet, wurde dieser Straßenteil von 1832 an wieder
Neue Brücke genannt. Die Jahreszahl 1800 findet sich an
den Häusern Hauptstätterstraße Nr. 20 und Hirschstraße Nr. 16
Ecke der Bebenhäuserstraße. In Berg erbaute Mühlkuecht
Fr. Zimmermann das Haus Canalstraße Nr. 30.
Das Jahr 1801 zeigt als Neubau das Haus Jakobsstraße
Nr. 6 an Stelle eines abgebrochenen Hauses von den
Zimmerleuten Koch und Rühle erbaut. Die Jahreszahl 1801
findet sich an dem Hause Calwerstraße Nr. 40, vermutlich
aus Anlaß eines Umbaus. Ferner datieren sehr wahrscheinlich
aus dem Jahre 1801 das Haus Königsstraße Nr. 23,
dem im Jahre 1840 von Kaufmann Tiefenbach ein Querbau
aufgesetzt und das im Jahr 1891 durch Kommerzienrat
Fr. Schulz einem vollständigen Um- und Aufbau unterzogen
wurde, sowie Königsstraße Nr. 25 Ecke der Schulstraße, erbaut
von Kaufmann Schmid, 1815 umgebaut und von da
ab bis 1869 Sitz des Bankgeschäfts Gebrüder Benedict. Im
Jahr 1852 wurde der Anbau gegen die Schulstraße erstellt
und dem Hause ein weiteres Stockwerk aufgesetzt, 1867 wurde
die Hauptfassade neu hergestellt, indem als erster Versuch in
Stuttgart dünne Marmorplatten an der Fassade angebracht
wurden. Später im Besitze der nach kurzem Bestehen in
Liquidation getretenen Stuttgarter Bank ging das Haus von
dieser in den Besitz der Firma Ed. Föhr, Hofjuwelier, über.
Am 17. September 1802 wurde das sog. kleine Theater
ein Raub der Flammen. Von Teinach im Jahr 1779 nach
Stuttgart versetzt, war es durch den Baumeister, Major von
Fischer, am Ende der Plante zwischen der Akademie und dem
Waisenhaus gegenüber dem jetzigen Wilhelmspalast erstellt
worden. Als Ersatz des abgebrannten Theaters wurde das
1599 erbaute Futterhaus, später Reithaus, zu einem Theater
umgebaut. Letzteres, später zu einem Redoutensaal umgewandelt,
wurde 1854 abgebrochen, um dem Königsbau Platz
zu machen.
Von Privatbauten sind aus dem Jahr 1802 zu verzeichnen
: Hospitalstraße Nr. 31 und Marktplatz Nr. 3 Ecke
der Hirschstraße. Der Besitzer des letzteren, Silberarbeiter
C. W. Autenrieth, kaufte das daneben gegen das Bürgerhöfle
gelegene Haus, ließ dieses abbrechen und als Erweiterung
des Eckhauses einen Neubau aufführen. Später im
Besitze des Kaufmanns Chr. Zenneck, dann der Firma Mohl-Elben,
ging das Haus 1872 in den Besitz der Stadt über,
um zur Erweiterung des Rathauses verwendet zu werden.
Im Jahr 1803 wurde die am jetzigen Schloßplatz gegenüber
dem Königsbau gelegene Kaserne, das ehemalige Viehhaus
, zum Sitz des Kriegsministeriums umgewandelt. Im
anstoßenden Bau, dem ehemaligen Jägerhaus, erhielt das
Ministerium der auswärtigen Angelegenheiten seinen Sitz.
Von Neubauten entstanden die Häuser: Färberstraße
Nr. 5 an Stelle einer abgebrochenen Scheuer, Hauptstätterstraße
Nr. 39, Langestraße Nr. 44 Ecke der Kasernenstraße
und Leonhardsstraße Nr. 7.
An Stelle der heutigen Gebäude Rothebühlstraße Nr.
40 a, b und c hatte Stiftskastcnknecht Wolf im Jahre 1763
in dem von Hofmarschall von Wallbrunn erkauften Hause
das Gasthaus zum Herzog von Württemberg errichtet. Dieses
mit dem Bilde des Herzogs Carl geschmückte Haus mit
großem Hinterplatz wurde im Jahr 1803 von seinem neuen
Besitzer, Josias Leins, in eine Brauerei, das später Hackhsche
Anwesen, umgewandelt. Im Jahr 1872 an eine Aktiengesellschaft
„Vereinsbrauerei" übergegangen, wurde das Anwesen
vom Jahr 1880 ab nach Durchführung der Herzogstraße
mit den oben genannten Häusern und der linken Häuserreihe
der Herzogstraße überbaut. Die früher am Hause in
der Rothebühlstraße angebrachte steinerne Statue Herzog Carls
wurde in einer Nische des Eckhauses der Herzogstraße aufgestellt.
An der Friedrichsstraße wurde die früher Bürgermeister
Heigelinsche Scheuer von Kaufmann Feuerlein erworben,
unten als Magazin eingerichtet, und ein bewohnbarer Stock
aufgesetzt. Das Haus, das die klassische Inschrift „lünAuenäa"
trug, diente vor seinem Abbruch im Jahre 1870/71 als
Lazaret für die Verwundeten. Im Jahre 1872 abgebrochen,
entstand an seiner Stelle Gnauths Prachtbau der Württem-