Volltext: Eigenes Heim und billige Wohnungen

III. Durch wen sollen die billigen 
Die meisten der Krupp’schen Arbeiterwohnungen sind in 
mehrstöckigen Häusern errichtet und werden in der Regel nur 
an Angestellte und Arbeiter der Fabrik vermietet und zwar 
gegen I4tägige Vorausbezahlung und 14tägige beiderseitige 
Kündigung. 
Die Mietpreise sind für zwei Gelasse mit einem Messgehalt 
von 32 bis 37 [)m 90—108 Mk., für drei Gelasse mit 42 bis 
50 [m Flächeninhalt 120— 162 Mk., für vier Gelasse mit 51 
bis 72 [m Gehalt 180—200 Mk. 
Besondere Küchen scheinen in diesen Wohnungen meist 
nicht eingerichtet zu sein. 
Auch die Erlangung eines eigenen Heims wurde den 
Krupp’schen Arbeitern dadurch erleichtert, dass Solche, welche 
selbst ein Einfamilienhaus kaufen oder bauen wollen, aus einem 
von Herrn Krupp zu diesem Zwecke gestifteten Kapital von 
500,000 Mark, Darlehen erhalten, die zu 3°% verzinslich und in 
25 Jahresraten heimzahlbar sind. 
Die Zahl der Fabriken und Unternehmungen welche in 
ähnlicher Weise Wohnungen für ihre Angestellten und Arbeiter 
erstellt haben, ist heute eine sehr grosse und wächst mit jedem 
Jahre. Und was, da geschaffen wurde ist zum Teil ganz muster- 
giltig. Die grosse Mehrzahl dieser Fabriken befindet sich jedoch, 
wie schon gesagt, ausserhalb der Grossstädte, 
Einzelne städtische Fabrikherren haben es wohl auch schon 
unternommen, Wohnungen für ihre Arbeiter zu beschaffen, es 
sind dies aber bis jetzt nur vereinzelte rühmliche Ausnahmen. 
Man muss auch anerkennen, dass eine umfassende Thätigkeit 
in dieser Richtung für die städtischen Arbeitgeber viel schwieriger 
ist, wegen der sehr hohen Grundpreise und vor allem wegen 
des viel häufigeren Wechsels der in städtischen Fabriken be- 
schäftigten Arbeiter. 
Trotzdem ist in neuerer Zeit mehrfach der Gedanke ange- 
regt worden, die Wohnungsfrage dadurch zu lösen, dass jeder 
gewerbliche Unternehmer verpflichtet werden sollte, die nötigen 
Wohnungen für sämtliche von ihm angestellten Arbeiter zu 
beschaffen. Ernstlich kann eine solche Forderung wohl kaum 
aufrecht erhalten werden. Viele Arbeitgeber haben selbst schwer 
zu ringen, um sich in dem grossen Kampfe der Weltkonkurrenz 
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