Vorwort des Herausgebers,
Das erstemal erscheinen die Veröffentlichungen der Staatlichen Stelle
für Naturschutz in Württemberg als ein Abschnitt der Jahreshefte des
Vereins für vaterländische Naturkunde in Württemberg. Die vier ersten
Hefte sind jeweils als selbständige Veröffentlichungen herausgekommen,
die den Mitgliedern des Vereins entweder unentgeltlich mit dem Jahresheft
zugingen, wie die Hefte 1 und 2 (ohne Erhöhung des Mitgliedbeitrags
hatte der Verein zu den Herstellungskosten einen Zuschuß gewährt) oder
wurden sie den Mitgliedern zu einem stark ermäßigten Preise angeboten,
wie die Hefte 3 und 4. In beiderseitigem Interesse ist der Weg einer Vereinigung
mit dem Jahresheit gewählt worden. Der Verein kann seinen
Mitgliedern, da die Naturschutzstelle für die Herstellungskosten ihres
Abschnittes zum größeren Teile selbst sorgt, mehr bieten, und der Naturschutz
hat Gelegenheit, sich an die Kreise zu wenden, die in erster Linie
seine Sache zu tragen imstande und willens sind.
Der Unterzeichnete hat für diesen Teil allein die Verantwortung als
Herausgeber. Da dieser Abschnitt auch als Sonderheft erscheinen und für
nicht streng fachwissenschaftlich eingestellte Leser verständlich und verwertbar‘
sein soll, ist eine etwas andere Form der Darstellung gewählt,
als sie in den Jahresheften üblich ist. Soweit es sich um wissenschaftliche
Arbeiten handelt, dürfte die Wissenschaftlichkeit unter dieser etwas leichter
geschürzten Fassung nicht notgelitten haben.
Zu einem guten Teile haben die Veröffentlichungen der Naturschutzstelle
wissenschaftlichen Untersuchungen von Schutzgebieten ihre Spalten
geöffnet. Insbesondere hat der Herausgeber großen Wert darauf gelegt,
zu zeigen, welche hervorragende wissenschaftliche Urkunden für die Floren-,
Klima- und Siedlungsgeschichte unsere Moore mit ihren oft bis an das
Ende der Eiszeit zurückreichenden Torflagern darstellen, so daß man mit
Recht jeden Torf als Naturdenkmal bezeichnen kann. Fast sämtliche
wichtige Untersuchungsergebnisse von Dr. K. BERTSCH wurden in diesen
Heften veröffentlicht (s. den Anhang). Die große Bedeutung der Pollenanalyse
auch für die Urgeschichte läßt sich nicht mehr leugnen. Nachdem
die Einzeluntersuchungen immer zu demselben Ergebnis geführt haben und
ein gewisser Abschluß der Untersuchungen erreicht ist, zieht Dr. BERTSCH in
seiner neuen Arbeit allgemeine Schlußfolgerungen von großer Tragweite.
Wie notwendig der Schutz unserer Pflanzenwelt ist, soll ein Aufsatz von
Dr. 0. ELwERT zeigen. Leider müssen wir immer noch auf einen wirksamen
gesetzlichen Pflanzenschutz warten.
Drei Arbeiten sind Fragen des Tierschutzes gewidmet. Nach dem
in Heft 2, 1925, erschienenen ersten Aufsatz „Über den Uhu in Württemberg“
54 (1%)