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B. Zusammenfassung und Auswertung
2. Sprachbewegungen
Ein Überblick über die behandelten Sprachbewegungen geht nütz-Licherweise
aus von deren Anfangsstellen und von dem Unterschiede zwischen
Sprachneuerungen, die dem Boden der alemannischen Mundart
entstammen, und anderen, die aus Nachbarmundarten übernommen
sind. Bei letzteren muß die von der Bewegung zuerst erfaßte Stelle des
alemannischen Sprachgebietes an dessen Rande gegen das übermittelnde
Mundartgebiet liegen. So war mit der Übertrittsstelle der Anfangspunkt
des Vorganges in der alemannischen Mundart schon von vorneherein in
gewissem Maße bestimmt. Nun hat sich oben bei der Einzelerklärung der
mundartlichen Neuformen wahrscheinlich machen lassen, daß ein volles
Drittel aus Nachbargebieten herüberkam, damit als übernommen zu
gelten hat. Bei letzteren Neuformen ließ sich dann zumeist auch bestimmen,
aus welcher der angrenzenden Mundarten sie übernommen sind, ob
aus einer der fränkischen, wobei sie zuerst in den Nordteil der alemannischen
gelangen mußten, oder aus der bairischen, von der aus sie bei unmittelbarem
Übertritte zuerst den Nordostteil der alemannischen erreichten.
Doch ließ sich diese Zuweisung nicht in allen Fällen mit hinlänglicher
Sicherheit durchführen. Bei einem Reste und darunter bei
zinem sprachgeschichtlich besonders gewichtigen Vorgange, bei der Zwielautung
der altlangen Engevokale £-4 mußte im Zweifel gelassen werden,
ob die Neuformen bei Entstehung auf bairischem Gebiete aus diesem unmittelbar
ins alemannische vordrangen, oder ob bzw. wie weit die Neuformen
durch Vermittlung der südlichen fränkischen Mundarten die alemannische
erreichten. Die Wege, auf denen diese aus Nachbarmundarten
übernommenen Neuformen an die alemannische Mundart herankamen,
sind dann aber auch förderlich für die Auskunft über die Richtung,
die der weitere Verlauf dieser Sprachbewegungen innerhalb letzterer
genommen hat. Soweit diese Neuformen in ihrer Mehrheit aus Franken
herüberkamen, werden sie die südwärts gerichtete Bewegung auch im
Bereiche der alemannischen Mundart eingehalten haben, die Ausdehnung
der unmittelbar aus Baiern herangelangten wird diesseits des Leches zunächst
ebenfalls in westlicher Richtung erfolgt sein. Erstere sind zugleich
am tiefsten ins Gebiet der gesamtalemannischen Mundart eingedrungen.
Immerhin ergaben sich bei ihnen doch recht erhebliche Unterschiede
in der Erstreckung. Besonders weite Verbreitung dieser südwärts gewandten
Neuerungen war am Westrande des Mundartgebietes festzustel-