A. Die Gliederung des Gesamtgebietes
[. Die Umgrenzung durch die Übergangsmundarten
Über den ungefähren heutigen Bereich der alemannischen Mundart
kann bei Befolgung der dargelegten Grundsätze kein ernstlicher Zweifel
obwalten. An den beiden Außenseiten, auf denen diese Mundart sich
nicht mit Fremdsprachen berührt, also im Norden und Osten, trifft die
Grenze des alamannischen Stammesgebietes innerhalb eines nicht allzubreiten
Streifens mit der heutigen Absetzung so zahlreicher und bedeut-3amer
Sprachunterschiede zusammen, daß man dort die Nord- und
Ostgrenze der heutigen alemannischen Mundart zu suchen hat. Damit ist
man links des Oberrheines in die Gegend des nördlichen Wasgenwaldes
and der Selz, hernach um den Neckar her in die Gegend der unteren‘ Enz
and Murr, im Nordosten und Osten in die nächste Umgebung des Hesselberges
1) und des Lechs gewiesen. Sofern sich nun aber im einzelnen die
Absetzungen der bedeutsamen gegensätzlichen Spracherscheinungen zumeist
nicht an einer für alle völlig gleichen Stelle vollziehen, sondern
innerhalb mehr oder weniger breiter Landstriche, ergibt sich dort zunächst
nicht linienmäßige Umgrenzung der zusammentreffenden Mundarten,
sondern Scheidung innerhalb eines teilweise recht beträchtlichen
Landstreifens, und es erscheint innerhalb dieses Streifens eine sprach-1)
Die Schreibweise Hesselberg mit 88 ist die allgemein übliche, obwohl der
Name gemeinhin von Haselnußgebüschen hergeleitet wird. Trotz aller Verherrlichung
des Berges scheint man diesem Widerspruche noch keine ernstliche Beachtung geschenkt
und weder die ältesten Schreibweisen des Namens noch dessen Aussprache,
die in der schwäbischen Mda. eine andere sein könnte als in der fränkischen, hinlänglich
genau festgestellt zu haben. (Eine eingehende Beschreibung des Hesselberges
at Ch. Gruber im Jahre 1896 nach der Art jener Zeit in den Forschungen z. deutsch.
Landes- u. Volkskunde 9, 6 gegeben, eine den heutigen Anforderungen entsprechende
ließe auch für die Sprachgeschichte Nützliches erhoffen.)