Volltext : Bildersaal deutscher Geschichte

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Freiheit in Aussicht stellte; trotz—
dem behielt man ihn in Ingel—
heim in Haft. Kurze Zeit darauf
gelang es ihm, mit einigen Be—
zleitern nach Köln zu ent—
veichen, wo er freundlich auf—
genommen wurde ssiehe Bild
S. 62, oben). Schnell sam—
nelte sich in Niederlothringen
eine festgeschlossene Partei um
hn, und seine schon verlorene
Stellung schien sich neu zu be—
estigen. Da starb er am 7. Au—
zust 1106 in Lüttich, wohin er
iich von Köln aus begeben hatte.
Zo endete das wechselreiche
Leben eines der bedeutendsten
deutschen Herrscher, der dicht
ieben Otto J. und Konrad II.
zu stellen ist. Sein Leichnam
wurde zunächst in einer unge—
weihten Kapelle an der Maas
heigesetzt, später aber nach Speier
gebracht; doch erstim Fahre 1111,
nach Lösung vom Banne, fand
hier im Dom die feierliche Bei—
etzung statt.

vollmächtigten stattfinden, und
den Gewählten sollte der König
mit den Gerechtsamen belohnen,
und zwar in Deutschland vor
der kirchlichen Weihe, in Bur—
gund und Italien nach ihr. Aus—
genommen von diesen Bestim—
mungen wurden die Bischöfe des
Kirchenstaates, die auch künftig
nur vom Papst abhingen. So
war der Sieg des Königtums
in Deutschland größer als der
der Kirche.

Lothar
von Supplinburg
zum Kaiser gewählt.

—5* V.,derim Jahre 1125
kinderlos starb, hatte seinen
Neffen Friedrich von Staufen
zu seinem Erben bestimmt, und
derselbe hatte auch die meiste
Aussicht zur Nachfolge in der
cöniglichen Würde; doch regte
sich gegen ihn auch eine starke
Opposition unter Führung der
Erzbischöfe von Köln und Mainz.
Zur Wahl hatte sich am 24. Au—
qust 1125 in Mainz eine über—
aus glänzende Versammlung ein—
gefunden; fast sämtliche Reichs—
ürsten waren zugegen, und die
Zahl ihrer Begleiter wird auf
60 000 geschätzt. Den Vorsitz
führte nach altem Brauch Adal—
bert von Mainz. Seiner überaus
geschickten, geradezu verschlagenen
Leitung gelang es, Friedrich von
Staufen beiseite zu schieben und
die Wahl Lothars von Sachsen, des früheren Grafen von Supplinburg,
durchzusetzen. Am dritten Tage erhob plötzlich eine Anzahl Laien den
Ruf: „Lothar sei König!“ Sie ergriffen ihn, setzten ihn auf ihre
Zchultern und riefen ihn trotz seines Einspruchs zum König aus ssiehe
intenstehendes Bildd. Wenn auch einige Fürsten und Bischöfe diese
Art der Wahl nicht an—
erkannten, so wußte sie
Adalbert schließlich doch
umzustimmen. Und so
wurde denn Lothar am
30. August endgültig ge—
wühlt und am 13. Sep—
tember in Aachen gekrönt.

Heinrich V.

Nn Heinrich V., der Nach—
Xfolger Heinrichs IV., ge—
riet mit dem Fürstentum wie—
»erholt in Streit, z. B. mit
Lothar von Sachsen; dazu ent—
fremdete er sich auch die rhei—
aischen Bischöfe, vor allem Adal—
hert von Mainz, der sogar das
geistige Haupt der Empörer
vurde. Heinrich verlangte von
hm Auslieferung der Marien—
zurg im Hardtgebirge; doch Adalbert verweigerte sie. Ein Fürsten—
gericht verurteilte ihn darum zur Gefangenschaft, und Heinrich bemächtigte
iich der Mainzer Einkünfte. Bald schlossen sich aber auch Köln und die
üchsischen Großen den Empörern an. Heinrichs Feldherr Hoyer von
Mansfeld wurde 1115 am-Welfesholze besiegt; ja in Mainz zwang
ein Volksaufstand den
Kaiser zur Räumung der
Stadt und zur Frei—
gebung Adalberts (siehe
nebenstehendes Bild).
Seine Stütze in diesen
Kämpfen bildeten Fried—
rich und Conrad von
Staufen.
Während Heinrichs
Königtum dem Fürsten—
um gegenüber schließlich
interlag, war es im
dampfe gegen das Papst⸗
um wesentlich glücklicher,
o daß 1122 zwischen
deiden das sogenannte
Wormser Konkordat zu
tande kam. Der König
derzichtete darin aller—
dings auf die Investitur;
voch sollte die Wahl der
Bischöfe, seitens der Geist—
ichkeit, in Gegenwart des
Königs oder seines Be—

Kaiser Heinrich V. stellt sich den Empörern entgegen.

Gott will es!

8 seit Jahrhun—
X)derten war es from—
me Sitte geworden, an
den Stätten zu beten, wo
der Heiland gelebt und
gelitten. Glaubte man doch
dadurch von der Last
seiner Sünden befreit zu
verden. Niemand hatte
bisher die Pilger gestört.
Nachdem aber 1072 die
Türken Palästing erobert
hatten, drang häufig
Kunde von Mißhandlung

ruplinubitrg zum Kaitser gein—

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