Volltext : Bildersaal deutscher Geschichte

Finzug Heinrichs VI.
in Palermo.

Philipp
von Schwaben.

Hono VI. war seit 1186
mit Constantia ver—
näühlt, der Erbin des sieilischen
Normannenreiches. Als aber
hier der letzte König starb, er—
hob das Volk aus Abneigung
gegen die Fremdherrschaft den
ritterlichen Tankred zu seinem
Nachsolger. Darum mußte Hein—
rich das ihm zustehende Land
erst erkämpfen. Das gelang
ihm nach Tankreds Tode im
Jahre 1194, und nun hielt er
in Palermo, der Hauptstadt
Ziciliens, seinen feierlichen Ein—
zug. (Siehe nebenstehendes Bild.)
Nachdem die Bürger mit höchstem
Eifer und mit dem größten Auf—
wande des Triumphes Pomp
vorbereitet hatten, wurde die
ganze Stadt mit Teppichen
und Kränzen geziert, und von
Weihrauch und Myrrhe duf—
teten die Straßen. Der Kaiser
aber ordnete sein Heer in ritter—
licher Zucht und zog dann
nit den Fürsten in kaiserlicher
Pracht und Herrlichkeit in die
Stadt ein. „Alle spendeten ihm
reichlich rühmende Zurufe; das
Volk, das in den Straßen um—
herstand, fiel, da es den Er—
habenen erblickte, nach der Sitte
jenes Landes vor ihm nieder,
das Antlitz zu Boden senkend.
Zo wurde er in die Königs—
burg aufgenommen und ergab
sich dem Genusse des Friedens. Und mit vielen Geschenken wurde er
von den Bürgern geehrt, den trefflichsten Pferden, goldnen Sütteln,
schmuckreichem Pferdegeschirr und verschiedenartigen Dingen aus Gold,
Silber und Seide. Alles dieses spendete er freigebig dem Heere“, um
»8s an sich zu fesseln. (Nach Otto von Freisingen, Krämer, a. a. O.

Na dem frühen Tode Hein—
( richs VI. im Jahre 1198
hätte die deutsche Königskrone
eigentlich seinem unmündigen
Sohne Frie drichgebührt; denn
ihn hatten die Fürsten im April
1196 gewählt. Da aber die Wahl
unter einem gewissen Druck er—
folgt war, wurde sie jetzt bean—
standet, und nach längerem
Schwanken kam endlich eine
Doppelwahl zu stande: die stau—
fisch gesinnten Fürsten kürten
zu Mühlhausen i. Th. Philipp
von Schwaben, den jüngsten
Bruder Heinrichs, und die
Freunde der Welfen wählten
in Köln Otto, den zweiten
Sohn Heinrichs des Löwen.
Wieder brach eine Zeit unsäg—
lichen Jammers über Deutsch—
land herein. „Das Getümmel
der Parteien erfüllte besonders
die Rheinlande, späterhin auch
Sachsen und Thüringen, die
furchtbar zu leiden hatten. Die
Macht der Krone litt unheilbare
Wunden; Reichsgut und bis
dahin zäh behauptete Kronrechte
wurden mit vollen Händen ver—
teilt, um neue Anhänger zu ge—
winnen, die alten zu erhalten.“
(Gebhardt, a. a.O.) Die Mehr—
heit des Reiches hatte Philipp
hinter sich. Für ihn war auch
der treue Wächter deutschen
Wesens, Herr Walther von
der Vogelweide, in seinen Liedern eingetreten. „Bekehre dich und
höre, o Deutschland, meine Lehre: dem Philipp setz die Krone auf!“
hatte er die Fürsten ermahnt. Und als dann am 8. September 1198
der junge Staufer in Mainz mit seiner Gemahlin JIrene feierlich
gekrönt wurde ssiehe Bild S. 75), sang er folgenden Liebesgrußz:

— r
Einzug Kaiser Heinrichs VI. in Palermo. Nach einer Originalzeichnung von
G. Ad Cloß.

Her Guffhäme

Inrybnovrnüng

1d

I—
Nach einer Originalzeichnung von W. Friedrich. (Text S. 73

h äÑl

—
—

—2

4
            
Waiting...

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzerin, sehr geehrter Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.