Silberarbeiten des 17. und 18. Jahrhunderts
ährend wir in den erhaltenen Arbeiten der Hl. Kreuzkirche Zeugen
W hervorragender Goldschmiedekunst aus dem 15. Jahrhundert haben,
fehlen solche nahezu vollständig aus der Zeit der Renaissance, Zur unvollkommenen
Ergänzung solcher Lücken sind wir auf die Heranziehung
urkundlicher Quellen angewiesen, welche die Tätigkeit des heimischen
Goldschmiedegewerbes einigermassen zu illustrieren vermögen.
Besonders wertvoll ist in dieser
Beziehung eine Nachlassaufnahme*
aus dem Besitze des Dr. Leonhard
Kager, geb. 1538, gest. 1616, welche
den wertvollen Silberschatz eines
kunstsinnigen Bürgers aufführt.
Darnach war vorhanden:
c Straußeneibecher wvergolder
wiegt 3 Mark 31. Aocth**), 2 ver:
goldete Becher, ı großer Doppel:
bechber wiegt 7 Mark 111 ALortb,
ı vergoldeter Becher mit Deckel
wiegt 3 Mark ı2 Loth 3 Ouentlin,
ı verggoldeter Doppel wiegt 3 Mark
2 Aoth, ı großer vergolderer Becher
f. Deckel wiedt 3 Mark 11% Loth,
ı bober vergoldeter Becher f. Deckel
wiegt 3 YNIark 7 Loth ı Ouentlin,
ı bober vergoldeter Becher f. Deckel
wiegt 3 NIark, ı vergoldeter getrie:
bener Becher f. Deckel wiegt 3 Mark,
ı vergoldete Birne wiegt 2 NFark
7% Aotb, ı vergolderter Becher f.
Deckel wieett 2 Mark 8 Loth. ı ver:
Abh, 15 Kreuzreliqufar, Kupfer vergoldet, Fassung
ler Reliauie Silbernlivran Pfarrkirche Kleinslissen
*) Veröffentl. von Weser, Remszeitung
1911 Nr, 199,
**) ı Mark = 6 Lot, ı Lot == 4 Quentlein.
Das Gewicht einer Mark ist 233,75 grs.