Abb, ı Oberer Marktplatz, Ginünd, jetzige Gestalt
‚us „Führer durch Schwäb. Gmünd-*, Verlag Carl Jäger, Gmünd
ll. EINLEITUNG
DE Gunst der Zeit und das Verständnis der Mitwelt wendet sich heute
in besonderem Masse der Kunst des 18. Jahrhunderts, und zwar vornehmlich
den Werken des Barocks zu. Der Kunst dieser Zeit ging es wie
der Gotik, sie musste nach den Umdeutungen und Missverständnissen späterer
Geschlechter erst wieder entdeckt und dem gleichgestimmten Fühlen
näher gebracht werden. Die architektonischen Träume, die schwellende
Phantasie und kühne Gestaltungskraft, welche sich in den Werken beider
Zeiten auswirkten, waren einer aufs Materialistische und Gesetzliche gerichteten
Zeitepoche fremd, und wenn auch von der Stilrekapitulation des
vergangenen Jahrhunderts beide Stiläusserungennicht ausgeschlossen waren,
so handelte es sich doch in der Hauptsache um die Übernahme äusserer
Formen, ohne den Kernpunkt des Schaffens und Gestaltens zu heben.
Die weiträumigen Stadtanlagen, die grossartigen Klosterhauten, die fürst-‘'ichen
Residenzen des 18. Jahrhunderts galten als langweilix und des male-