DAS PROBLEM
DER STADTERWEITERUNG VON GMÜND
VON
STADTBAULK
‚< C.E. SCHWEIZER
ie Entwicklungsgrundlagen der Stadt Gmünd reichen weit zurück, und
DI im Aufbau und im Plan der Stadt noch heute zu erkennen. Bei
der Betrachtung des Stadtplans ist die Unklarheit in der Strassenführung in
der Altstadt augenfällig. Die einzelnen Phasen der Stadterweiterungen sind
noch ersichtlich. Die älteste geht zurück bis zum Anfang des 12. Jahrhunderts,
sie fällt in eine Zeit bedeutender Bautätigkeit in Schwaben. Dass
diese Gründung, die ihren Abschluss in der ersten Ummauerung fand, an
vorhandene Ansätze gebunden gewesen sein muss, zeigt die Unklarheit in
der Strassenführung, welche die Stadt bis heute helastet. Wären nur Handelsund
damit Verkehrsrücksichten massgebend gewesen, so wäre die Strassenführung
viel flüssiger wie dies bei Städten wie Augsburg, München, Frankfurt
der Fall war, deren damalige Strassenanlagen dem heutigen gesteigerten
Grossstadtverkehr noch durchaus genügen. Diese Städte lagen am grossen
Weltverkehr des Mittelalters, der Flandern mit Venedig verband. Von dieser
Strasse, die über Geislingen - Ulm führte, lag Gmünd abseits, es hatte wohl
Anschlüsse an sie nach Cannstatt und Verbindungen mıt Nördlingen und
Nürnberg.
Im 14. Jahrhundert entstanden vor den Toren der Stadt verschiedene Vorstädte,
welche durch die zweite Ummauerung im 15. Jahrhundert zu einem
Stadtganzen zusammengefasst wurden. Die Entwicklung der Vorstädte geschah
ziemlich plan- und zusammenhanglos mit der Altstadt, so dass diese
besonders in der Gegend der Schmidgasse und der Waldstettergasse weitere
Verschlechterung in der Strassenführung zur Folge hatte. Im übrigen war
diese zweite Stadterweiterung so weitläufig angelegt, dass sie vom 15. Jahrhundert
bis zum Jahre 1870 ausgereicht hat, weitläufige Garten- und Grünflächen
sind bis zur Anlage der Remstalbahn innerhalb der Stadt durch
die Jahrhunderte hindurch unüberbaut geblieben. Eine dritte Stadterweiterung
ums Jahr 1870 hat das Bild der Stadt sehr wesentlich verändert. Viele
schöne alte Baudenkmäler haben leider verschwinden müssen, aber auf deı
anderen Seite gibt diese Zeit auch Zeugnis von einer seltenen Grosszügig: