16 Die Johanneskirche in ihrer Bedeutung für die schwäbische Kunst
Abb. 6 Joh. Georg Heberlen 1670 / Bild mit der Gründungssage der St. Johanneskirche / Im
Vordergrunde rechts die „gotisierte“ Kirche / Im Hintergrunde Berg und Burg Rechberg,
Berg und Burg Hohenstaufen, davor Wäscherschloß, rechts Kloster Lorch
Aufnahme von Frz. Schweizer Gmünd
Westfront mit dieser Sage in Verbindung gehracht wurden. Die Wechselwirkung
zwischen Bildwerk und Gründungssage ist unverkennbar; was
ihr als Tatsache zu Grunde liegt, ist die Gründung der ‚Johanneskirche
um 1100 (vergl. S. 3).
In der Sage aber wird die Erinnerung an die Jagdfrohen Zeiten des
staufischen Herzogs- und Kaiserhauses erhalten, deren Gunst der Jungen
Stadt zu wirksamer Förderung gereichte,
Bei der Vorliebe der alten Kirche, einen durch Alter, häufig auch
durch Märtyrerhlut geheiligten Ort beizuhehalten, wird man es als Regel
annehmen dürfen, daß die zunächst üblichen Holzkirchen!®) durch spätere
Steinhauten ersetzt, diese wiederum im 11. und 12. Jahrhundert
6) Nach Strzyowsky „TTeidnisches und Christliches ums Jahr 1000% war der
Holzbau bis 1050 vorherrschend und hat erst die Blüte des Steinhaues in der nordisch
christlichen Kunst des 12. Jahrhunderts möglich gemacht. In Lübeck wird noch
1163 unter Heinrich dem Löwen eine hölzerne Marienkirche eingeweiht (Otte, Kirchliche
Kunstarchäologie).