Full text: Die deutsche Kunst in Böhmen und Mähren

NIKOLSBURG, SCHLOSS, PARKPORTAL 
D49Q 
wege führen, warten die so eingehegten Blumenparterres dem Besucher mit immer 
neuen Überraschungen auf. Den Mittelpunkt einer so kunstreichen Anlage bildet 
das als achteckiger Pavillon gestaltete „Haus der Wasserkunst‘. Justus van den 
Nypoort, der Stecher des Parkalbums von Kremsier überlieferte uns ferner das 
Abbild einer ähnlichen, einfacheren Anlage, die ein Graf Salburg um 1675 auf 
einem Acker bei Olmütz hatte erstehen lassen. Auch der Schloßpark des Sachsen- 
Herzogs Julius Heinrich im westböhmischen Schlackenwerth, den Mathäus Merian 
in seinem Gründungszustand wiedergibt, ist noch ganz von strenger Regelmäßig- 
keit beherrscht (S. 31). Der Gartenkünstler A. Bernhard Clauser jedoch, weicher 
1696 den Zierpark für das Schloß der Grafen Sternberg bei Bechyni@ entwarf, 
füllte das übereck gestellte Quadrat eines umfangreichen Blumenparketts schon 
mit Ornamentbeeten, in deren Figuren die Fassadendekoration des Hochbarocks 
ain Echo erhält. Zu vollkommener Übereinstimmung mit dem Achsensystem 
aines Stadtpalastes gelangte solche Gartenkunst nach dem Zeugnis eines Stiches 
von Kaspar Wussin um 1700 bei der Anlage, welche dem heutigen „Deutschen 
Haus‘ auf dem Graben der Prager Neustadt zugeordnet war. Eine Hauptleistung 
barocker Parkarchitektur war das von Graf Franz A. Rottal bei dem mährischen 
Wasserschloß Holleschau errichtete Neu-Versailles. Ein großer Bildplan im 
Schloßarchiv unterrichtet hier auch über Einzelheiten seines ursprünglichen Zu- 
standes.
	        

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.