Volltext : Die Firmen "Dick" in Esslingen a.N.

Anzeigenteil auch seinen Zwecken nutzbar zu machen. — Inzwischen
begann er praktisch das zu verwerten, was er im Auslande gesehen
und gelernt hatte, und neben sorgfältiger Pflege des althergebrachten
Handwerks und der bestehenden Kundschaft suchte er in freien
Stunden nach des Tages Last und Arbeit neue Absatzgebiete und
modernere Arbeitsmethoden. Nach vieler Mühe und manchen oft
langwierigen Versuchen ist es ihm, etwa 2’ Jahre nach der Geschäftsübernahme,
 zusammen mit einem intelligenten jungen Arbeiter gelungen,
 die ersten kleinen und feinen Feilen mit einer sogenannten
Schneidfeile zu schneiden. Das waren also Feilen, deren Hiebe nicht
mit dem Meißel gehauen, sondern mit einer besonderen Feile, der
Schneidfeile, eingeschnitten wurden. Paul Friedr. Dick wird wohl
der erste Feilenfabrikant gewesen sein, der in Deutschland diese Methode
 eingeführt hat. Das Gerät, auf welchem der Arbeitsvorgang
des Schneidens ausgeführt werden mußte, hat man Schneidbank geheißen.
 — Paul Dick zögerte keinen Augenblick, um mit seiner neuen
Errungenschaft die Metallwarenfabriken des Landes, die Gold- und
Silberwarenfabriken in Gmünd, Pforzheim und Hanau zu besuchen.
Er wurde dort mit offenen Armen aufgenommen, denn die Verbraucher
waren froh, nunmehr auch ihre kleinen Feilen in Deutschland kaufen
zu können, anstatt wie bisher aus der Schweiz oder von Frankreich
beziehen zu müssen. Die Uhrmacher, Feinmechaniker, Elektrotechniker
und die Waffenfabriken interessierten sich ebenfalls für diese Feilen,
und so wurde die von der Mutter gemietete Werkstatt im Geburtshaus
 während des Jahres 1878 schon zu klein. — Paul Dick hatte
begriffen, um was es sich handelte, und was ihm von diesem Zeitpunkt
ab zu seinem Aufstieg verhalf, war nicht nur Glück, sondern die Zielstrebigkeit
 in seinem ganzen Tun und Lassen. Unter günstigen Bedingungen
 erwarb er im Jahre 1878 noch ein kleines hinter der
Karmeliterstraße gelegenes Anwesen mit Gärten, welches sich nach
und nach in eine ganz ansehnliche Feilen- und Werkzeugfabrik verwandelte.
 Auch gab es schon mehr kaufmännische Arbeit zu leisten,
wofür Dick zwar Talent, aber sehr wenig Zeit hatte, denn inzwischen
waren nun schon 20 Arbeiter beschäftigt, und zwar 3 Schmiede,
10 Feilenhauer und Werkzeugmacher, 3 Feiler, ı Härtner und 3 Lehrlinge,
 Es ging von jetzt ab nicht mehr an, die schriftlichen Sachen von
Verwandten oder Bekannten wie bisher besorgen zu lassen, und so

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