Volltext : Für Bauplatz und Werkstatt / Mitteilungen der Kgl. Württemberg. Beratungsstelle für das Baugewerbe (Jg. 1915, Bd.10, Heft 1/12)

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Mitteilungen der Beratungsstelle für das Baugewerbe
herausgegeben von der Königl. Zentralstelle für Gewerbe und Handel

10. Jahrgang.

Stuttgart, August 1915.

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Nummer 8.

Skihütte auf dem Sickenbühl.

Auch bei uns in Württemberg hat der nordische Sport
des Ski⸗ oder Schneeschuhlaufens vermöge seiner gesund⸗
heitlichen Vorzüge, die mit herrlichem Wintervergnügen
hand in hand gehen, zahlreiche Anhänger gefunden. Der
schneeschuh dient zwar nicht nur dem Sport und dem Ver⸗
3nügen, sondern hat sich in manchen Gebirgsgegenden auch
als Verkehrsmittel und im letzten Winter sogar als wert⸗
volles Ausrüstungsstück im Gebirgskrieg erwiesen. In
unserer Abhand⸗
ung wollen wir
jedoch nur den
Skisport als sol⸗
hen zum Aus⸗
gangs punkt
nehmen. Zur
Winterszeit
ehen wir die
sjportleute in
zcharen auf die
Belände dertilb
u. des Schwarz⸗
waldes aus⸗
ziehen, nachdem
die Zeitungen
zünstigeschnee
berichte verkün⸗
det hatten. Dies
brachte natur—
gemäß in die
zur Winterszeit
onst so stillen
höhenorte reges
Leben. Waren
doch dadurch
fast alle Gast—
häuser von mun⸗
teren Schnee⸗
schuhläufern
überfüllt, so daß an Sonn⸗ und Feiertagen und in Ferien⸗
zeiten sich oft Schwierigkeiten in der Unterbringung der
sportsfreunde einstellten. — Dieser Umstand mag u. a. mit
der Grund gewesen sein, der die kleine Sportsgesellschaft
einer Stadt veranlaßte, für sich selbst eine Unkerkunftshütte
zu erstellen. Dadurch war sie nicht auf Quartier und Ver⸗
pflegung im Gasthaus angewiesen, unbelästigt von Mit—
dewohnern und konnte obendrein noch die hütte an aus⸗
gewählter Stelle in der Nähe eines schönen Sportgeländes

erstellen. Und so geschah es auch. Es traf sich gut, daß eines
zer Mitglieder ein Baumeister war, der sich erbot, den Bau⸗
lan zu entwerfen. Auf der Höhe eines südlichen Hanges wurde
ie Hütte erstellt. Die Raumeinteilung ist geschickt gelöst. Zu
bener Erde liegt die geräumige Stube mit anstoßendem
zchlafraum, 4 Betten haltend, dann die Küche mit darunter⸗
egendem Keller und der Abort. Ein bedeckter Vorplatz
nit Sitzgelegenheit ist vorgelagert, durch den man ins
Inneregelangt.
Auf dem Dach⸗
boden, der vom
Vorplatz aus
durch eine Trep⸗
pe zugänglich ist,
wurde einschlaf⸗
raum für 8 Per⸗
ionen eingebaut.
DasGebäude ist
aus Bruchstein⸗
mauerwerk er—⸗
stellt und mit
Biberschwänzen
bedeckt. Bäume
und Strauch⸗
werküberragen
es auf der Rũck⸗
seite. Etwas
kräftig und derb
in der Ausfüh⸗
rung, doch ab⸗
gerumdet und in
schönen Verhält⸗
nissen im gan—⸗
jzen wie im ein⸗
zelnen, zeigt sich
die hütte und
schaut von der
einsamen Höhe
iber die weiten hänge hinweg, die Schneeschuhläufer nach
eißer Fahrt zur Ruhe und Labung einladend. Das Innere
t einfach und gemütlich ausgestattet. Wände und Decke
er Stube sind mit gebeiztem Holzgetäfer verkleidet, an
er inneren Stubenecke macht sich ein Kachelofen breit,
er von einer Ruhebank umgeben ist, darüber ragt von
er Decke ein Gestell zum Trocknen nasser Kleider, in die
indere Ecke schieben sich Tisch und Bänke und einfache
zortbretter für Krüge verleihen der Stube weiteren Reiz.

Skihütte auf dem Sickenbühl. Schaubild.
Entwurf und Ausführung: Architekt Fr. Haußer, CLudwigsburg.

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