uür Bauplatz
* Werkstatt
Mitteilungen der Beratungsstelle für das Baugewerbe
herausgegeben von der Königl. Zentralstelle für HGewerbe und Handel
3. Jahrgang. b Stuttgart, November 1908.
Nnummer 11.
Mehr LCandhäuser.
diesen Aufschwung
auf allen Gebieten
freudig begrüßen, so
dürfen wir uns doch
niemals verhehlen,
daß das Großstadt⸗
leben manche Nach—
teile für Familie
undkindererziehung,
Körper und Geist
mit sich bringt, in⸗
onderheit bei den
unteren Volksklas⸗
sen, die gezwungen
sind, sich zum größe⸗
cen Teil ärmlichen
Wohnungs⸗Verhält⸗
nissen anzubeque—
nen. Licht, Luft
und Natur sind neben
anderen Faktoren
zu einer gesunden
Fgortentwicklung der
Menschheit notwen⸗
dig. Wenn wir
einen Vergleich zwi⸗
ichen Großstadt und
CLand ziehen, so fällt
unter diesen Gesichts⸗
punkten das Resul⸗
at sehr zu Un—⸗
gunsten der ersteren
aus. Wie wenig
Broßstadt⸗Familien
haben ein eigenes
Fleckchen Erde, in
welchem sie das Not⸗
wendigste für den ei⸗
genen Bedarf pflan⸗
zen, sich über die
Freigebigkeit der
tder wirtschaftlichen Entwicklung Deutsch⸗
ands in den letzten Jahrzehnten ging hand
n hand die stetige Ausdehnung seiner Groß⸗
lädte; namentlich im Norden wuchsen in
—X—
Zoden heraus. Wenn wir nun einerseits
atur freuen und nach des Tages Last und Arbeit dort⸗
in sich zurückziehen können. Was muß erst die Kinderwelt
iner Großstadt entbehren, statt Wald und heide, Trottoir
ind hinterhöfe. Immer eindringlicher muß die Forderung
ufgestellt werden, hinaus aufs CLand, wo der Grund und
zoden noch nicht in der Weise in die höhe geschraubt ist,
wie in der Nähe
einer Großstadt. Vor⸗
bedingung wäre,
dchaffung tadelloser
Derkehrsmittel und
die Durcharbeitungs
zeit für Schule, Büro
und Werkstatt, so
daß es jedem ein—⸗
zelnen freigestellt
wäre, nach dem Vor⸗
bild des englischen
und amerikanischen
Beamten und Ar⸗
deiters ein kleines
Tandhaus mit Gar⸗
ien zu erwerben.
Wenn es auch nicht
o üppig ausfallen
dürfte, wie das Cand⸗
haus in der heutigen
summer, sondern
wesentlich bescheide⸗
ner, so würde das
rinen großen Fort⸗
cchritt auf sozialem
Debiete bedeuten.
Auf unseren Bil⸗
dern sehen wir ver⸗
teckt zwischen großen
Zäumen den steilen
schindelgiebel eines
übschen CLandhau⸗
ies vor uns stehen,
der auf 2 Erkern
des Erdgeschosses auf⸗
ruht. Cauter hei—⸗
matliche Formen am
zanzen hause, an
denen wir in unseren
Altstädten hundert—
CLandhausPlappert, Heilbronna. n. Arch.: Dir. Hugo Eberhardt, Offenbach a. M.
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