erheblich; erweitert es aber alsogleich, indem es auch die Weiterbildung des
Standes der Baugewerbetreibenden im allgemeinen durch weiter unten noch
zu besprechende Unternehmungen vorsieht. So läßt das Programm die
Beratungsstelle dem Architekten in erster Linie Gehilfin, nicht Konkurrentin
oder Schulmeisterin werden. Die bessere Ausbildung der Bauhandwerker,
die verloren gegangen war, ist der Beratungsstelle in ihrem Programm als
eine ihrer vornehmsten Aufgaben vorgezeichnet. Die direkte Beratung
der Architekten und Bautechniker, sowie die übliche Überarbeitungstätigkeit
hat dieser Aufgabe gegenüber nicht die überragende Bedeutung,
wie sie wohl anderwärts diesem Zweig der Tätigkeit zugemessen wird,
bildet aber selbstverständlich ebenfalls eines der wirksamsten Förderungsmittel.
Die erwähnte Beschränkung auf die Beratung der Angehörigen des Baugewerbes
ist von allem Anfang an von der Zentralstelle für Gewerbe und
Handel mit vollem Bewußtsein festgehalten worden. Dies entspringt ohne
weiteres aus der Stellung dieser Behörde als derjenigen staatlichen Stelle,
der in Württemberg seit zwei Menschenaltern die unmittelbare Förderung
von Handel, Gewerbe und Industrie übertragen ist. Für sie konnte nie ein
Zweifel darüber bestehen, daß die neue Schöpfung nur dann auf ein erfolgreiches
Wirken hoffen durfte, wenn sie von vornherein nur in den Dienst
des Gewerbes selbst gestellt und alles vermieden wurde, was das Verhältnis
zwischen der jungen Anstalt und den Angehörigen des Berufs hätte trüben
können. Aus der Eingliederung der Bauberatungsstelle in den gesamten
Kreis der württembergischen Gewerbeförderungseinrichtungen erklärte sich
auch, daß die Beratungsstelle, im wesenilichen unbeeinflußt von der damals
in Württemberg noch kaum entwickelten Heimatschutzbewegung, ins Leben
gerufen worden ist und daß ihr sofort weitere Aufgaben als die Beratung
im engeren Sinne gestellt worden sind. Selbstverständlich hat diese Entfstehungsgeschichte
nicht verhindert, daß die Gedanken, die der Heimatschutzbewegung
zugrunde liegen, bei der Arbeit der Beratungsstelle gebührende
Berücksichtigung gefunden haben.
Die Vorarbeiten
Ehe die Beratungsstelle im Herbst 1905 ihre Tätigkeit, über die im Nachfolgenden
berichtet werden soll, nach diesem Programm vor der Öffentlichkeit
begann, waren schon Arbeiten geleistet worden, die nicht unerwähnt
bleiben dürfen. Denn auch diese Arbeiten kennzeichnen bereits die vorher
angedeutete Sonderstellung unserer Bauberatungsstelle,